2026

Finanziell ist es natürlich schwierig

Manche unterstellen einem Verleger schöngeistiger Literatur, er habe in Mathe nicht so gut aufgepasst. Das Gegenteil ist der Fall: Wer nicht rechnen kann, sollte das Verlegen lieber sein lassen, um nicht Kunde der Schufa zu werden. Das Rechnen haben, wie es aussieht, ganz andere Geistesgrößen verlernt: 900 Milliarden Euro entsprechen nahezu dem Doppelten des gegenwärtigen Bundeshaushalts von 480 Milliarden. Gestreckt auf eine Laufzeit von 30 Jahren wird das „Sondervermögen“ bei 3% Zinsen die jährliche Schuldenlast des Bundes von bisher 8% auf 18% erhöhen – das heißt fast jeder fünfte Euro wird für die Schuldentilgung verbrannt. Dies entspricht der Höhe des aktuellen Bildungs- und Verteidigungs­haushalts zusammen. Deutschland gleicht einem Zuckerkranken, der sich mit einem Zuckerschock zu heilen versucht: Starker Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit, Trockenheit der Haut, Übelkeit, Bauchschmerzen, Atemnot, Mundgeruch und geistige Verwirrung sind die Folge. Da hilft nur die stabile Seitenlage, Warmzudecken und Warten bis der Arzt kommt. Investitionen, Kultur- und Sozialausgaben oder Steuersenkungen können wir vergessen. Der Staat wird seinen Eintrag bei der Schufa nicht mehr los. Als Verleger schöngeistiger Literatur kann man sich schon fragen, wer sich dann noch Bücher leisten wird? Finanziell ist es natürlich schwierig ...
 
Verlagsprogramm 2026 (pdf)

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