Ihr Warenkorb
keine Produkte

Mondaugen, Kurt: Leipzig // Nirwana

ISBN:
978-3-86660-196-3
Bearbeitung:
ca. 1-2 Tage ca. 1-2 Tage
19,95 EUR
-> in Deutschland kostenfreier Versand

206 S.

LEIPZIG // NIRWANA ist ein Traumbuch über die ganze Welt, ein Liebesroman und ein seelischer Unter­grund-Reiseführer für 1000 Jahre Leipzig.

In 16 miteinander verwobenen Geschichten – die den verschiedenen Stadtteilen und dem Nirwana eben zugeordnet sind – sowie einer Vielzahl begleitender Gedichte, Lieder, Filme, Fotos und Traumsequenzen verschränkt das Buch die Sehnsüchte und Erinnerungsschichten dieser Stadt mit denen seiner beiden Hauptfiguren Kurt Mondaugen und Natascha-Lou Salomé.

Eine Tour de Force durch alle Aggregatszustände von Liebe, Kunst und Erleuchtung – Kurt Mondaugens OPUS MAGNUM – entstanden von 2008 bis 2015!


KURT MONDAUGEN: lebt als Bewusstseins-Philosoph, Autor und Spoken-Word-Performer in Leipzig und ist Mitglied der Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und der Lesebühne West (beide Leipzig)  

Bücher: „Grenzerfahrungen“ (Plöttner Verlag Leipzig 2007), „Moon over Plagwitz“ (Edition PaperOne 2008) „Text ohne Morgen“ (2013) und „Eiswüste & Asphaltblut – Ein Bild-Text-Experiment“ (hrsg. mit Udo Hagedorn, Leipziger Literaturverlag 2013)

 Diverse Leseshows: „Moon over Plagwitz“, „Grenzerfahrungen“, „Bärte & Propheten“, „Schamanismus-Festival“, literarische und philosophische Performances in Clubs, Museen, Galerien, Schauspielhäusern und anderen Temporalia u.a. in Leipzig, Berlin, Hannover, Magdeburg, Wien und … Taucha! -  „Bildstörung“ (2009), „Personal Views“ (2010), „Schamanismus­festival“ (2014); „Soundcheckphilosophie­maschine“ (2008-2012)

Literarische Texte, Bilder, Videos, Töne und LINKs auf: www.kurt-mondaugen.de

Philosophische Texte, Bücher, Performance-Videos, LINKs auf: www.rainer.totzke.de

Leseprobe:

WAS ES IST


Dies ist ein Traumbuch über die ganze Welt, ein Liebesroman und ein spiritistischer Lonely-Planet-Eintrag für Leipzig so­wieso, ein Wetter­leuchten an den Grenzen der Wahrneh­mung, eine Textsorte, die noch nicht erfunden worden ist – für eine Liebe, die noch nicht erfunden worden ist, von der aber dieses Buch handelt – wie von einer Prophe­zeiung ins Nichts oder der ersten urkundlichen Erwähnung dieser Stadt, was ja dasselbe ist. – Und wir wissen noch nicht wirk­lich, wie es zu lesen ist: als Anleitung zum Wiedererinnern, als Paranoia-Manifest oder als anarchistischer Herzschrittmacher, als seelische Ober­flächenbehandlung, als U-Bahn-Literatur oder als Untergrund-Reiseführer für eine Stadt oder für eine Liebe wie diese hier oder wie alle, in denen wir leben, ohne davon zu wissen – sind wir am Ende vielleicht wie dieses Buch: ein vergesslicher budd­hi­stischer Koan auf der Suche nach sich selbst, ein sich selbst überstürzen­des Universum aus Ereig­nissen, die es nie gegeben haben wird oder aber schon immer, weil die Zeit eine versiegelte Illusion ist. Kurz: Leip­zig/Nir­wana ist das Gegen­werk der Welt…

… und nun benutzt es!

Wie auch immer!

 



Leipzig / Nirwana / 2015

 

Wir fallen, wir fallen

und die Zeit zählt den Count Down

rückwärts seit tausend Jahren

für diese Stadt

in der wir leben

und diese Liebe versuchen

ohne Fallschirm

und Wiederkehr…

 

Beim Lichterfest

zum tausendsten Mal

in Gegenrichtung

mit dir

über den Ring gezogen

und in die Leuchtreklame des VEB Feinkost

am Südplatz zum tausendsten Mal

unsere Vergangenheit oder Zukunft hineinprojiziert

gegen den Himmel

zusammen

den Geist der Utopie

nachts in Schwarzwohnungen

auswendig gelernt seit 89

den Kommunismus und „Einig Vaterland!“

doch noch überlebt

zusammen

zum tausendsten Mal

mit Sternburg-Bier und „Marian“

hinterm Connewitzer Kreuz

unsere Jugend verpogt

in Eiskellern oder HGB-Kellern zu diesem Song:

 

Wir fallen, wir fallen

und die Zeit zählt den Count Down

rückwärts seit tausend Jahren

für diese Stadt –

wir fallen, wir fallen

 

Und Reudnitzer Rechte überlebt dabei

und den Heimatschutz Kleinzschocher überlebt dabei

und nach Nazi-Überfällen

bewaffnet mit den Messern von Banzani

diese Stadt doch noch verlassen

zum tausendsten Mal

zusammen

– eine Flucht in Ketten natürlich –

und wiedergekehrt

zum tausendsten Mal

wie Hilfs-Buddhisten mit Anhaftung

wiedergekehrt ohne es zu wollen

oder doch nicht zu wollen –

wiedergekehrt in diese Stadt

zusammen wie neugotische Wellen

zu Pfingsten zum tausendsten Mal

„Fuck!“ oder „Dark Wave!“ murmelnd dabei

oder:

 

Wir fallen, wir fallen

und die Zeit zählt den Count Down

rückwärts seit tausend Jahren

für diese Stadt –

wir fallen, wir fallen

 

Und jeden Tag zu einer 24-Stunden-Ausstellung gemacht später

mit dir – oder uns das wenigstens eingebildet

auf einer Straßenbahnfahrt Richtung Westen

uns geküsst und den Mond über Plagwitz

neu erfunden dabei

zum tausendsten Mal

mit Pinsel und Palette

oder mit seelischem Gebrauchtwarenhandel

auf der Georg-Schwarz-Straße

oder auf der Spinnerei

ein für alle Mal

auf die Straße getaggt:

 

Wir fallen, wir fallen

und die Zeit zählt den Count Down

rückwärts seit tausend Jahren

für diese Stadt –

wir fallen, wir fallen

 

Oder russlanddeutsch nachsozialisiert

oder kurdisch, arabisch und türkisch nachsozialisiert

refugees are welcome

auf der Eisenbahnstraße im Osten

zusammen zu leben

von Performancekunst, Volxküche

oder Spritzbesteck

Hartz 4 am Rabet

zum tausendsten Mal

in der Innenstadt

in den Stein

oder in den Untergrund

gegangen

wenn es sein musste

oder gebetet

zusammen vor der Thomaskirche:

 

Wir fallen, wir fallen

und die Zeit zählt den Count Down

rückwärts seit tausend Jahren

für diese Stadt –

wir fallen, wir fallen

 

Oder „JOHANN SEBASTIAN BACH“ buchstabieren gelernt später

 – eine Resozialisierungsmaßnahme des Arbeitsamtes –

für amerikanische Touristen und

Immobilienscouts mit süddeutschem Akzent

in Gohlis oder Schleußig-Süd

und was kommen wird

denken

zusammen zum tausendsten Mal

was kommen wird

denken

ist dieser Wachtraum der Welt

und die Hymne, die wir dazu singen werden:

 

Wir fallen, wir fallen

und die Zeit zählt den Count Down

rückwärts seit tausend Jahren

für diese Stadt

in der wir leben

und diese Liebe versuchen

ohne Fallschirm

und Wiederkehr –

Nenn es “NIRWANA“

wenn du willst –

„LEIPZIG / NIRWANA!“

 



 

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Homepage zu diesem Autor.
Webshop by Gambio.de © 2012