Rath, Brigitte & Rude-Porubská, Slávka (Hg.): Vom Verreisen in Versen

ISBN:
978-3-86660-157-4
Bearbeitung:
ca. 1-2 Tage ca. 1-2 Tage
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Zwölf Gedichte aus zwölf Sprachen: Original - Übersetzung - Kommentar, vielsprachig

Zwölf Dichterinnen und Dichter laden ein zu einer weiten lyrischen Reise: gemeinsam mit ihnen brechen die Leserinnen und Leser auf, kommen in fremde Städte, hören andere Sprachen – und entdecken sich selbst neu. So verschieden die Herkunft der Texte, so radikal unterschiedlich sind auch die jeweils beschriebenen Reiseerfahrungen. Abenteuerlust und hoffnungsvolle Aufbrüche stehen neben traumatischen Erfahrungen von Flucht, von Exil oder gar eines Todesmarsches. Durch den gesamten Band zieht sich die Spannung zwischen dem Vertrauten und dem Unbekannten sowie die Frage, inwieweit Orte oder Worte Heimat sein können. Die Texte, die jeweils im Original und in einer deutschen Übersetzung präsentiert werden, entstammen dem Chinesischen, ecuadorianischen Spanisch, Französischen, Griechischen, Italienischen, Hebräischen, Japanischen, Katalanischen, Serbischen, Slowakischen, Ungarischen sowie dem Wolof. An die Seite gestellt wird den Lesern jeweils ein Reiseführer in Form eines Kommentars, der die jeweilige Literaturregion und ihre Sprache vorstellt, Interpretationsangebote macht und weiterführende Lektüre empfiehlt.

Vorgestellt und kommentiert werden:

- Konstantínos Kaváfis: Zweite Odyssee
- Giuseppe Ungaretti: Nostalgia
- Milos Crnjanski: Strazilovo
- Miyazawa Kenji: Phantasie einer Reisestrecke
- Jules Supervielle: Marseille
- Xu Zhimo: Erneuter Abschied von Cambridge
- Gonzalo Escudero: Heft von New York in Flammen
- Carles Riba: Elegie VII
- Mikós Radnóti: Gewaltmarsch
- Lea Goldberg: Tel Aviv 1935
- Khadi Fall: Das Unbehagen, mich selbst als Schriftsteller zu bezeichnen
- Mila Haugová: Der geschlossene Garten(der Sprache)

Zu den Herausgeberinnen:

Brigitte Rath: geb. 1975, promovierte zu Narrativem Verstehen an der LMU München und lehrt und forscht nun an der Vergleichenden Literaturwissenschaft der Universität Innsbruck. Sie interessiert sich für Übersetzungen und für Texte, die vorgeben, Übersetzungen zu sein.

Slávka Rude-Porubská: Slávka Rude-Porubská, geb. 1977 in Nitra (Slowakei) hat Germanistik, Journalistik und Slavistik in Nitra und in Regensburg studiert. Nach einer Qualifizierung im internationalen Kulturmanagement und der Promotion in der Buchwissenschaft arbeitet sie derzeit an der LMU in München. Sie übersetzt aus dem Slowakischen und dem Deutschen und organisiert Literaturveranstaltungen.

Vom Verreisen in Versen: Was Wissenschaftler beim Übersetzen von Gedichten so alles entdecken können
Ralf Julke, L-IZ
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www.l-iz.de/Bildung/Bücher/2013/04/Vom-Verreisen-in-Versen-47992.html

Vorwort

Gedicht als Zwiegespräch, Lyrik als Dialog – der vorliegenden Sammlung internationaler Lyrik Vom Verreisen in Versen ist dieses Verständnis ebenso eingeschrieben wie der Ent­­stehungsgeschichte des Bandes. Ein gemeinsames Winterwochenende im Januar 2008, bei dem sich eine Gruppe von Doktorandinnen und Doktoranden aus elf Ländern, alle Mit­glie­­der des Internationalen Promotionsstudiengangs „Literatur­wissen­schaft“ an der LMU Mün­chen, zum ersten Mal zur Diskussion einiger Gedichttexte traf, entwickelte sich zu ei­ner bis zum Winter 2012 anhaltenden losen Reihe von intensiven Lektüren, Gesprächen, zahlreichen Interpretationsentwürfen und Übersetzungstreffen, in denen sich eigene und fremde Perspektiven ineinander spiegelten und unser Ver­ständnis der Texte kon­tu­rier­ten. Auf den Reisen zu ‚unseren‘ Texten immer im Gepäck dabei – unsere gemeinsame Leidenschaft für Literatur und Kompetenz zu deren Analyse.

Dabei begegneten wir den Besonderheiten des Hebräischen, Katalanischen, Ja­pani­schen oder Ungarischen, wechselten von Deutsch zu Französisch, Griechisch, Ita­lienisch oder Serbisch, hörten uns Verse, Sätze und Gedichte auf Chinesisch, Slowa­kisch oder Wolof an. Mal machten wir uns zu zweit, in Tandems auf zur „stillen Reise durch die Hei­me, in denen wir nicht zu Hause sind“, wie der makedonische Dichter Nikola Madzirov den Prozess des Übersetzens beschreibt, und versuchten, den fremd­sprachigen Texten im Deutschen ein neues sprachliches Zuhause zu schaffen. Mal tauschten wir uns im grö­ße­ren Kreis über die Gestalt der lyrischen Texte, die kulturellen Kontexte, denen sie ent­stammen und über die thematischen Gemeinsamkeiten der Gedichte aus. Dabei er­schloss sich uns eine literarische Weltkarte mit einem dichten Netz an inhaltlichen Korres­pon­denzen und motivischen Verweisen zwischen den aus­gewählten Gedichttexten sowie an Lektürewegen und tatsächlichen Reiserouten ihrer Autorinnen und Autoren, die sich nicht selten berührt und überschnitten haben. Zuweilen sprachen wir einige der Dich­terinnen und Dichter direkt an und luden auch Andere zum Gespräch über die ent­stehenden Übersetzungen und lyrischen Kommentare ein.

Bei allen, die bei diesem lyrischen Projekt ein Stück des Weges mit uns mit­ge­gan­gen sind, insbesondere bei Diana Mantel, möchten wir uns herzlich bedanken. Ebenso danken wir den jeweiligen Rechteinhabern an den einzelnen Gedichttexten für die Abdruck­ge­neh­­­mi­gungen, Frank Kraushaar und Stephan Packard für ihre Anregungen zu den Ge­dicht­übersetzungen, Gundula Schiffer für die Titelidee sowie Markus Wiefarn, dem wis­sen­schaftlichen Koordinator des Promotionsstudiengangs „Literaturwissenschaft“ an der LMU München, für die infrastrukturelle und finanzielle Unterstützung des Bandes.

Und nun wünschen wir Ihnen viel Vergnügen auf Ihrer Weltreise zu zwölf Dichter­innen und Dichtern!



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