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Kinderschutz-Zentrum Leipzig: Familiale Gewalt

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3-934015-34-4
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Familienberatung und -therapie im Schnittfeld mit der Justiz Angebote für Betroffene, Beschuldigte und Angehörige

Ein Schwerpunkt der Arbeit der Kinderschutz-Zentren ist die Beratung von Familien, in denen Gewaltprobleme, Vernachlässigung, Mißhandlung oder sexueller Mißbrauch vorkommen. Häufig wird in diesen Fällen Anzeige erstattet, die zur Inhaftierung eines Familienmitglieds führen kann. Dadurch wird zwar unmittelbar die Konfliktlage entschärft, in der Folge treten aber in der Familie eine Reihe von Problemen auf, die nicht zur Lösung beitragen. Das Kinderschutz-Zentrum Leipzig hat Beratungsformen entwickelt, die auf die Lösung persönlicher oder familialer Konflikte ausgerichtet ist. Das Zentrum betrachtet die Arbeit mit den "Tätern" als Teil des "Opfer"-Schutzes.

Die Beratung kann im Zentrum, aber auch in der Hafteinrichtung erfolgen, reicht über die Entlassung aus dem Gefängnis hinaus und bezieht nach Möglichkeit die Gesamtheit der beteiligten Familienmitglieder ein. Die Fortsetzung therapeutischer Angebote in der Zeit nach der Entlassung steht in besonderem Interesse der “Opfer“. Anscheinend erweist sich justizieller Druck im Sinne von Bewährungsauflagen als Sekundärmotivation für Sexual- und Gewaltdelinquenten als notwendig, um die therapeutische Arbeitsbeziehung aufrechtzuerhalten oder überhaupt erst einzugehen.

Es erweisen sich klärende Gespräche als hilfreich, die sich nicht auf verbale Bekenntnisse des Gewaltprotagonisten beschränken, sondern Entschuldigungen im großen Familienkreis, Wiedergutmachungsleistungen an die Geschädigten und Änderungen des Konfliktverhaltens einschließen (Cloé Madanes). Die Angebote zur Begleitung der Familie umfassen Einzel-, Paar- und Familiengespräche, ein Sensibilisierungs- und Kompetenz-Training sowie Kunsttherapie und begleiteten Umgang und werden hinsichtlich ihrer Wirkung im Einzelfall testpsychologisch evaluiert.

Inhaltsverzeichnis:

Anliegen             

Empirische Studien zu Delinquenz und Familie               

Methodische Vorbemerkung                       

Kritische Familienverhältnisse             

Erziehungspraktiken           

Kinder- und Jugenddelinquenz                

Desintegrationserfahrungen                        

Internationaler Stand der Therapie-Forschung         

Zur Therapie-Erfolgsmessung bei Delinquenten                       

Besonderheiten bei Sexualdelinquenten                

Behandlung im Gefängnis oder in Freiheit?        

Angebote des Kinderschutz-Zentrums Leipzig                        

„Täter“-Beratung und -Therapie       

Beratung für Angehörige 

Kunsttherapeutische Gruppe                      

Familiengespräche für Jugendliche  

Selbstkontroll-Training (SKT)                        

Begleiteter (geschützter) Umgang        

Kollegiale Fallbesprechungen               

Kontaktvermittlung               

Therapeutisches Konzept             

Verhältnis zu Justiz, Zwangskontext und Schweigepflicht                       

Prinzipien einer effektiven „Täter“-Behandlung  

Psychologische Eingangsdiagnostik und Erfolgsmessung                     

Beratungs- und Therapietechniken                 

Deliktspezifische Herangehensweisen              

Elemente des Selbstkontroll-Trainings (SKT)                        

Erste Ergebnisse                          

Zusammenfassung und Ausblick 

Abkürzungen (Fragebogen „Konfliktverhalten-situativ“)       

Ausgewählte Literatur             


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