Ausgewählt, übersetzt und gesprochen von Viktor Kalinke, Perc: Wolfram Dix, Pipa: Ya Dong, Foto und Kalligraphie: Thomas Baumhekel
Lesekonzert - Mittschnitte der Lesekonzerte in Wangelin, Magdeburg und Halle
Gesamtspielzeit: 79 min, CD in Künstlerbuch-Einband
Laozi und Zhuangzi waren keine Zeitgenossen, sind sich nie begegnet – hier treten sie in einen fiktiven Dialog. Laozi stammte aus dem Dorf ? (Quren) im südlich gelegenen Fürstenstaat Chu (heutiges Henan). Sein Familienname war Li (Pflaume), sein Vorname Er (Ohr), sein Mannesname Bo Yang (Onkel Yang) und sein posthumer Titel Dan (Langohr). Er wurde der Legende nach im Jahr 604 v.u.Z. geboren und war 55 Jahre älter als Konfuzius. Laozi wandte sich nach Luoyang, in die Hauptstadt der Zhou-Dynastie, wo er als königlicher Schrifthüter und Bibliothekar wirkte. Zhuangzi war ein Mann aus Meng (heutiges Anhui), sein Rufname war Zhou. Er bekleidete in Meng ein Amt im Lackgarten (Qiyuan) und war ein Zeitgenosse von Konig Hui von Liang (reg. 369–335) und Konig Xuan von Qi (reg. 369–301). Es gab kein Gebiet, auf dem er sich nicht auskannte, in der Hauptsache aber berief er sich auf die Sprüche von Laozi. So schrieb er ein Buch mit mehr als 100 000 Wörtern, die überwiegend Gleichnisse darstellen. Er war ein begnadeter Dichter und Wortkünstler, schilderte Tatsachen und entdeckte Zusammenhänge ... selbst die größten Gelehrten seiner Zeit vermochten es nicht, ihn zu widerlegen. Die Worte flossen und sprudelten aus ihm hervor und trafen unvermittelt den Kern. Daher gelang es weder den Königen und Fürsten noch sonstigen großen Männern, ihn an sich zu binden. (Aus den Biographien des Historikers Sima Qian, 2. Jahrhundert v. u. Z.)
Viktor Kalinke: geb. in Jena, Studium der Psychologie und Mathematik in Dresden, Leipzig und Beijing, Kreativitäts-Preis der Hans-Sauer-Stiftung, Promotion, Professur, Übersetzung des Laozi und Zhuangzi, lebt in Leipzig.
Wolfram Dix (Percussion): arbeitet im Bereich von Instrumentalmusik, Jazz und orchestralen Projekten. Er macht scheinbar existierende Grenzen zwischen einzelnen Kunstgattungen durchlässig - dabei geht es ihm weniger um die Entwicklung eines Personalstils als vielmehr um Anreicherung des klingenden Augenblicks. www.wolframdix.com
Ya Dong (Pipa): geboren und aufgewachsen in Shanghai, lebt in Leipzig. Sie ist international anerkannte Konzertsolistin auf der Pipa, der chinesischen Kurzhalslaute. Von 1979 bis 1983 studierte Ya Dong beim Pipa-Meister Ye Xuran. Neben der meisterhaften Interpretation des traditionellen und zeitgenössischen Repertoires widmet sich Ya Dong mit großer Freude der Improvisation. www.yadongpipa.de
"Das Buch Zhuangzi ist eine Art Bibel des chinesischen Daoismus. Es beeinflusste westliche Intellektuelle, etwa Hermann Hesse und Martin Buber. Das Freiheitsverständnis war schon im 4. Jahrhundert vor Christus provokant – und ist es heute erst recht, wie eine neue Übersetzung zeigt." Levent Aktoprak, Deutschlandfunk am 13.8.2020
"So philologisch genau und zugleich flüssig, unbelastet von esoterischem Jargon, war das ›Zhuangzi‹ bislang nicht auf Deutsch zu lesen. Ein Buch der Stunde!" Mark Siemons, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 12.04.2020
"Das legendäre Buch ›Zhuangzi‹, das philosophischste (und anarchischste) unter den chinesischen Weisheitsbüchern liegt jetzt in einer neuen und erstmalig das gesamte Buch umfassenden Übersetzung vor. Vivat Reclam!" Dr. Otto Kallscheuer, Mitglied der Jury für die Bestenliste Sachbücher des Monats der Literarischen Welt, des WDR 5, der NZZ und Österreich 1
"In einem sieben Jahre währenden Marathon hat Viktor Kalinke das Werk auf fast 900 Seiten eingeleitet, in ein zeitgemäß präzises Deutsch gebracht und kommentiert. Und siehe da: Richard Wilhelms Patina ist weg. Auch des Chinesischen Unkundige bekommen so eine Ahnung." Gregor Dotzauer, Tagesspiegel vom 5.1.2018
"Kalinke hat so vielfältiges Material zusammen getragen, das der ernsthaft Interessierte nicht missen möchte." Helwig Schmidt-Glintzer, fachbuchjournal