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Ajgi, Gennadij: Immer anders auf die Erde

ISBN:
978-3-86660-075-1
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Gedichte. Aus dem Russischen von Walter Thümler

Gennadij Ajgi gruppiert seine Gedichte wie Mosaiksteine zu einem Buch, das nie abgeschlossen sein wird. Von realitätsnaher, tschuwaschischer Volksdichtung kommend, hat sich Ajgis Bildsprache verdichtet und legt nunmehr Zeugnis ab von mystischer Offenheit gegenüber der inneren Wirklichkeit. Ajgi hat sich ganz der Poesie verschrieben, der 'Literatur‘ und dem Literaturbetrieb gegenüber ist er gleichgültig - "ein Mallarmé von der Wolga" (Antoine Vitez).

"Die ureigenste Stimme der zeitgenössischen russischen Poesie und eine der ungewöhnlichsten in der Welt." Jacques Roubaud

"Gennadij Ajgi gilt das dunkle Wort als Vertrauensbeweis an den schöpferischen Menschen, und Ajgi erkennt in ihm ... tiefste Wurzeln der Ethik und Ästhetik." Felix Philipp Ingold

 "Die goldene Reihe der russischen Poesie betreffend, erwähnte ich drei Namen: Mandelstam, Pasternak und Ajgi ... diese drei Stimmen sind für mich die innovativsten und ursprünglichsten." Bei Dao


Gennadij Ajgis spröde Gedichte: Immer anders auf die Erde
Ralf Julke, L-IZ
⇒ 
www.l-iz.de/Bildung/Bücher/2009/11/Gennadij-Ajgis-sproede-Gedichte-Immer-anders-auf-die-Erde.html

Gennadij Ajgi: geb. 1934 in Tschuwaschien, Studium am Maxim-Gorki-Institut, 1961 bis 1971 Archivar im Staatlichen Majakowski-Museum, seitdem freischaffend, gest. 2006 in Moskau.

Leseprobe:

ЗВЕЗДЫ: В ПЕРЕРЫВАХ СНА

а хо́лода
как в детстве – чистота! и будто рассеченный:

да с болью
со ступни! –

(да надо быть – лежащим) –

и сторона есть – скатом
оврага с санками:

то к богу дети малые! –

как – в боли – гонит их – не умещая:

и множит в поле том что все – началом Неба! –

творя все дальше – в гонке!... –

да чтоб – во вьюге самообраза:

не до-создать!...

1965



STERNE: IN DEN PAUSEN DES SCHLAFS

und die kälte
ist wie in der kindheit – die reinheit! und gleichsam zerschnitten

und auch noch schmerz
von der sohle herauf! –

(und man muß – auch noch liegen) −

und die hangseite gibt es − als steile
der schlucht auf dem schlitten:

so kommen die kindlein zu gott! −

wie − im schmerz − treibt sie sie − ohne sie zu fassen:

und vermehrt sie in jenem feld das ganz und gar − des Himmels anfang! −

immerfort schöpfend − bei dem jagen! … −

ja um − im gestöber der selbstwerdung:

nicht zu voll-enden! …

1965


УТРО – ПРИ ДЕТСТВЕ ДРУГОГО
Сыну Андрею

что облекаешь? что ты оставляешь
о тень! – как в озере:

в горячем
просыпающемся? –

возможно – смысл?... – тобою окруженный
как прахом – некой сущности? – возможно
неведомой тебе самой? –

душе ли – слепоту
творишь ты из него?... –

иль это – некий облик что древней
чем разрешение во времени
чему-то – в мире быть? –

и вот
сквозь негу
детства:

таинственно и зорко смотрится – ее светило временное:

как некогда –
сквозь мира первый прах?...

1966



MORGEN – ZUR ZEIT DER KINDHEIT EINES ANDEREN
Dem Sohn Andrej

was bedeckst du? was läßt du zurück
o schatten! − wie im see:

im heißen
erwachenden

vielleicht − den sinn? … von dir umgeben
wie vom staub − einer gewissen wesentlichkeit? − vielleicht
einer dir selbst unbekannten? −

der seele − erschaffst du
die blindheit aus ihm? … −

oder bist du − eine gewisse gestalt die älter
als die limitierte erlaubnis
ein etwas zu sein − in der welt? −

und nun
durch die wonne
der kindheit hindurch:

schaut geheimnisvoll und wachsam − ihr vergängliches himmelslicht:

wie einst −
durch den urstaub der welt? …

1966









 

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