Welt - wohin?

PROGRAMM ZUR LEIPZIGER BUCMESSE 2020

Sie finden uns auf dem Messegelände in Halle 5, Stand G223

 

Donnerstag, 12. März um 19:00 Uhr, Galerie ARTAe, Menckestr. 3

 

Mayjia Gille & Susann Klossek: Gedichte und Geschichten

Liebesgedichte aus "Kurznachricht um acht" und kurze,lustig-sarkastische Minigedichte

Moderation: Sabine Elsner

"Mayjia Gilles Gedichte machen das Herz liebestrunken, liebesbesessen, liebeshungrig, aber in all diesen Liebeszeilen, -reimen und -klagen spürt man stets auch den ontologischen Schmerz, und das ist unfassbar, wie diese Frau, die da dichtet mit ihrer ganzen Lebensfreude und Verzweiflung zugleich, es schafft, immer wieder neue, noch gänzlich unbekannte Bilder und Assoziationen in die poetische Welt zu setzen..." Artur Becker

Ein außerordentlich feiner Gedichtband." Thomas Kunst

Donnerstag, 12. März um 20:15 Uhr, Leipziger Literaturverlag - Kulturgenussladen

Die Freude der Fische – Lesekonzert zur Buchpremiere der Reclam-Ausgabe des Buches "Zhuangzi", Ausstellungseröffnung mit Zhuangzi-Kalligraphien von Thomas Baumhekel

Mit freundlicher Unterstützung durch den Philipp Reclam jun. Verlag.

Zhuangzi - das Buch der daoistischen Weisheit, so der Titel von Viktor Kalinkes neuester Übersetzung, wird in Auszügen und mit musikalischer Begleitung von Ya Dong (Pipa) und Wolfram Dix (Percussion) vortragen. Seit den 1990er Jahren befasst sich Kalinke mit dem Daoismus, Laozi und Zhuangzi, so wird es philosophisch: Zhuangzi, der Legende nach ein begnadeter Gärtner und Wortkünstler, entdeckt Zusammenhänge, die selbst die größten Gelehrten seiner Zeit nicht zu erkennen vermochten. Das Geheimnis der fröhlichen Fische jedenfalls wird an diesem Abend gelüftet!

Allegorisch, gleichnishaft, satirisch – dieses Buch muß man gelesen haben. Lin Xiyi

Das Buch Zhuangzi gilt als die „Bibel des Daoismus“: allegorischer, gleichnishafter Stil, schillernde Erzählprosa, auf die philosophische Spitze getriebene Dialoge. Martin Buber, Hermann Hesse, Martin Heidegger – um nur einige zu nennen – öffneten sich diesem anspruchsvollsten Autor des alten China. „Dieses Buch muß man gelesen haben und es ist zugleich das am schwierigsten zu lesende Buch.“ (Lin Xiyi 林系逸, 1210-1273) Der heute in Hongkong lehrende Forscher Liu Xiaogan stellte fest: „Von allen bedeutenden Werken des alten China nährt das Buch Zhuangzi den Geist auf die faszinierendste, poetischste und vielfältigste Weise.“ Und Gregor Dotzauer schrieb im Tagesspiegel: „Von daher ist es nicht genug zu rühmen, dass soeben das erste vollständige, direkt aus dem Chinesischen übersetzte Zhuangzi erschienen ist. In einem sieben Jahre währenden Marathon hat Viktor Kalinke das Werk in ein zeitgemäß präzises Deutsch gebracht und kommentiert. Und siehe da: Richard Wilhelms Patina ist weg... Auch des Chinesischen Unkundige bekommen so eine Ahnung von der Auslegungsbreite des Texts.“

Zur Buchpremiere hören Sie ein Lesekonzert mit dem Zhuangzi-Trio und sehen die großartige Wandinstallation mit Zhuangzi-Kalligraphien von Thomas Baumhekel.

Ya Dong (Pipa) geboren und aufgewachsen in Shanghai, lebt seit vielen Jahren in Leipzig. Sie ist international anerkannte Konzertsolistin auf der Pipa, der chinesischen Kurzhalslaute. Von 1979 bis 1983 studierte Dong Ya an der Musikhochschule Shanghai beim Pipa-Meister Ye Xuran. Neben der meisterhaften Interpretation des traditionellen und zeitgenössischen Repertoires widmet sich Ya Dong mit großer Freude der Improvisation.

Wolfram Dix (Perkussion) arbeitet im Bereich von Improvisation, Jazz und orchestralen Projekten. Im Zusammenspiel mit anderen Musikern ist es ihm ein Anliegen, scheinbar existierende Grenzen zwischen einzelnen Kunstgattungen durchlässig zu machen und auf diese Weise manche bisher als unvereinbar betrachtete Ausdrucksweisen zu einem neuen Ganzen zusammenzufügen. Dabei geht es ihm weniger um die Entwicklung eines Personalstils als vielmehr um Anreicherung des klingenden Augenblicks.

Thomas Baumhekel führt seit 1992 die Beschäftigung mit dem Grenzbereich zwischen Schrift und Bild zur chinesischen Kalligraphie. Seine Kompositionen erscheinen mit ungestümer Kraft und spröden Kanten, stehen insbesondere der japanischen Avantgarde-Kalligraphie ab der Mitte des 20. Jahrhunderts, aber auch der Kunst japanischer Zen-Mönche des 18. Jahrhunderts nahe. Sowohl formal als auch inhaltlich gelingt Baumhekel die Annäherung an ostasiatisches Denken und ostasiatische Ästhetik. Seine Blätter kultivieren eine Schönheit des Ursprünglichen und sind damit Ausdruck einer Naivität, deren bewusstem Einsatz im Wertekanon chinesischer Literaten höchste Bedeutung beigemessen wurde (Quelle: Museum für Ostasiatische Kunst).

 

Freitag, 13. März um 14:30 Uhr, Leseinsel Junge Verlage (Halle 5, Stand G200)

Mayjia Gille: Kurznachricht um acht

Liebessprache ist wie Finnisch. Ein Geheimnis, tief musikalisch, poetisch, melancholisch, unglaublich direkt, unerwartet lustig, sich von allen Sprachen abhebend, sich im Werden befreiend von allen Zwischenräumen, scheinbar von keiner Sprache ableitend, endlos, vollklanglich, radikal, ein Stocken erlaubend, schwer erlernbar, eine große Denkaufgabe, klug, handfest, sinnlich.

"Mayjia Gilles Gedichte machen das Herz liebestrunken, liebesbesessen, liebeshungrig, aber in all diesen Liebeszeilen, -reimen und -klagen spürt man stets auch den ontologischen Schmerz, und das ist unfassbar, wie diese Frau, die da dichtet mit ihrer ganzen Lebensfreude und Verzweiflung zugleich, es schafft, immer wieder neue, noch gänzlich unbekannte Bilder und Assoziationen in die poetische Welt zu setzen..." Artur Becker

Ein außerordentlich feiner Gedichtband." Thomas Kunst

Freitag, 13. März um 19:30 Uhr, Hugendubel

Die Autorin ist anwesend.

Izabela Leal: „Die Andere“, vorgestellt von Timur Stein

Das Buch der brasilianischen Dichterin Izabela Leal, mit dem renommierten Literaturpreis Prêmio Rio de Literatura ausgezeichnet, sucht einen Mittelweg zwischen Poesie und Prosa. Dieses Buch schildert die vergebliche Suche nach Identität, projiziert das Innenleben einer zwischen zwei Großstädten hin- und hergerissenen Frau und lauert auf jeder neuen Seite mit einem intimen Verständnis des Frau-Werdens und Schreibens auf.

Izabela Leal: geb. 1969 in Rio de Janeiro, Bachelor in Psychologie, Master in portugiesischer Literatur an der Katholischen Universität von Rio de Janeiro, Promotion, derzeit Professorin für portugiesische Literatur an der Federal University of Pará.

Timur Stein: geb. 1990 in Rybnica (Moldawien), Studium der Romanischen Philologie in Erlangen, Marburg und Bogota sowie der Translationswissenschaften in Germersheim.

 

Sonnabend, 14. März um 15:30 Uhr, Forum OstSüdOst (Halle 4, Stand E501)

Wolfgang Eschker, Kočo Racin: Weiße Dämmerungen

Wolfgang Eschker stellt die erste Gedichtsammlung in mazedonischer Sprache vor.

Der illegal im kroatischen Samobor gedruckte und im November 1939 in Zagreb erschienene Band „Weiße Dämmerungen“ von Kočo Racin umfaßt zwölf Gedichte. Die Bedeutung dieser Gedichtsammlung ist in ihrer kulturellen, historischen und politischen Bedeutung nicht zu überschätzen. Wolfgang Eschker hat sie in eine präzise, unsentimentale deutsche Sprache gebracht.

Dragana Tripkovic und Cornelia Marks: Verse aus Sand

Dieser Band trägt die Bitterkeit, mit deren Entscheidung Dragana Tripković lebt und arbeitet. »Der richtige Job ist nur / die Freiheit«, sagt sie. Und hält Ausschau nach ihrem »eigenen Triumph ohne Kampf«, um nicht am kleinmütigen Prozess der Vergebung teilzuhaben. Und der Toleranz, die im Lichte des homosexuellen Lebens und seiner Verzweif­lung steht…

Dichterin und Übersetzerin sind anwesend.

 

Sonnabend, 14. März um 20:15 Uhr, Leipziger Literaturverlag - Kulturgenussladen

"Welt - wohin" - Salon Literaturen: Originale, Übersetzungen, Kommentare

Wörtertanz, skurriler Humor, verbale Befreiungsschläge in einer vom Nutzdenken aufgezehrten Welt. Mit:

- Kočo Racin und Wolfgang Eschker: Weiße Dämmerungen

- Regina Jarisch: Herzflug

- Andreas F. Cornelius: Veltenhöfer spricht ab fünf

- Mayjia Gille: Kurznachricht um acht

- Walter Thümler: Eric und Andere

- Izabela Leal und Timur Stein: Die Andere

- Teresa Balté und Viktor Kalinke: Das Aquarium aus Papier

Der illegal im kroatischen Samobor gedruckte und im November 1939 in Zagreb erschienene Band „Weiße Dämmerungen“ von Kočo Racin umfaßt nur zwölf Gedichte, doch die Bedeutung dieser Gedichtsammlung ist in ihrer kulturellen, historischen und politischen Bedeutung nicht zu überschätzen. Wolfgang Eschker hat sie in eine präzise, unsentimentale deutsche Sprache gebracht.

In Regina Jarischs Gedichten steckt die Suche nach den Wurzeln, nach dem Begreifen der Zeitläufe und der eigenen Gefühle. Trauer, Ängste, Zweifel, Glück, Liebe und Hoffnungen verweben sich zu Sprachnetzen, die einladen zum Nachspüren und Nachdenken. Die Wörter tanzen und spielen, erfinden sich neu und erzeugen Bilder.

Andreas F. Cornelius vollzieht eine einzigartige Tour ins Leben: pfeilgerade, von Null auf Hundert und gleichwohl illustrativ als auch spekulativ. Sein Held Veltenhöfer imponiert mit Weitsicht, skurrilem Humor und ingeniösen Denkmodellen.

Mayjia Gilles Gedichte machen das Herz liebestrunken, liebesbesessen, liebeshungrig, aber in all diesen Liebeszeilen, -reimen und -klagen spürt man stets auch den ontologischen Schmerz, und das ist unfassbar, wie diese Frau, die da dichtet mit ihrer ganzen Lebensfreude und Verzweiflung zugleich, es schafft, immer wieder neue, noch gänzlich unbekannte Bilder und Assoziationen in die poetische Welt zu setzen.

Walter Thümlers Erzählfigur Eric ist mit Anderen unterwegs in einer von Nutzanwendungen und Kapitalanreicherungen verbrauchten Welt. Diesen Realitäten zum Trotz sucht er wahre Empfindung“, „reales Geschehen“, sucht Freundschaft, sucht Zärtlichkeit. Die Anderen, das sind z.B. A., der im Hintergrund eines Kriegsberichts herumläuft, Figuren aus der Malerei, die zum Leben erwachen, eine für ihre Dienste werbende Telefonsexarbeiterin, Rolf, der Bibliothekar und Hobby-Bergwanderer, schließlich ein mit Eric befreundeter Dichter.

Izabela Leals „Die Andere“ erforscht das Innenleben einer zwischen zwei brasilianischen Großstädten hin- und hergerissenen Frau und das resignierte Zusammenleben der Erzählerin mit der nicht identifizierbaren „intrusa“ (weibliche Form von „Eindringling“)...

Teresa Baltés „Aquarium aus Papier“ eröffnet eine neue Reihe im Leipziger Literaturverlag: Bücher für Klein und Groß, Kinderbücher, die auch von Erwachsenen mit Gewinn geschmökert werden können. Dieses Buch dreht sich um Kunst und Wirklichkeit – es wimmelt darin von Bildern schwimmender Fische. Warum Fische?, dachte der Maler. Wir alle sind Fische: groß, klein, hässlich, schön. Wir alle fangen uns eines tags im Netz, das nur uns zusteht. So bekommen wir unser Gesicht. Der Rest ist Wasser aus dem alles kam, zu dem alles zurückfindet.

Sonntag, 15. März um 15:30 Uhr, Forum DIE UNABHÄNGIGEN (Halle 5, Stand H309)

Die Autorin ist anwesend.

Izabela Leal: „Die Andere“, vorgestellt von Timur Stein

Das Buch der brasilianischen Dichterin Izabela Leal, mit dem renommierten Literaturpreis Prêmio Rio de Literatura ausgezeichnet, sucht einen Mittelweg zwischen Poesie und Prosa. Dieses Buch schildert die vergebliche Suche nach Identität, projiziert das Innenleben einer zwischen zwei Großstädten hin- und hergerissenen Frau und lauert auf jeder neuen Seite mit einem intimen Verständnis des Frau-Werdens und Schreibens auf.

Izabela Leal: geb. 1969 in Rio de Janeiro, Bachelor in Psychologie, Master in portugiesischer Literatur an der Katholischen Universität von Rio de Janeiro, Promotion, derzeit Professorin für portugiesische Literatur an der Federal University of Pará.

Timur Stein: geb. 1990 in Rybnica (Moldawien), Studium der Romanischen Philologie in Erlangen, Marburg und Bogota sowie der Translationswissenschaften in Germersheim.

 

 

 

 


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