(Ort: Kulturgenußladen, Leipzig, Brockhausstr. 56, wenn nicht anders angegeben)

Wir öffnen & lesen!

Ausstellung "Mich rettet meine Utopie" mit Arbeiten von Dagmar Ranft-Schinke

„Kalte“ Kriegsplanung auf allen Gebieten, - im biologischen, ökologischen, technischen, atomaren und psychologischen Bereich? KI-Forschung: Wissenschaft auch hier ohne Grenzen? Freiheit braucht Verantwortungsgefühl. Dieses muß erlernt werden im menschlichen Miteinander. „Professor Smith“ (fiktive Gestalt in einigen meiner thematischen Bilder seit Jahrzehnten), Du Zauberlehrling, hast Du kein Gewissen? Phantasie, - eine herrliche evolutionäre Menschheitserrungenschaft. Aber: Muß ALLES erprobt und auch publiziert werden? Gewissenlose Nachahmungstäter gab es schon immer. Auch die Forschung braucht ethische Grenzen! Verbote werden kommen müssen, um uns Menschen und allem SEIN eine Zukunft zu geben. Ihr Magnaten und großen Militärs, habt Ihr etwa keine Kinder und Enkel? Geld wird eines Tages diese und Euch nicht retten können! Fehlt Euch die Phantasie, um alle Folgen zu erahnen, wenn Ihr Eure Machtspiele in Szene setzt? Ist Euch das Wort „Versöhnung“ unbekannt? Besiedelt doch endlich den Mars, - aber ohne Rückkehrmöglichkeit, bitte! Der „Kriegsgott Mars“ wird Euch freudig in die Arme nehmen. Vielleicht vernichtet Ihr Euch in voller Lust gegenseitig zu unserem Nutzen. Wahrscheinlich hat die Mutter Erde dann endlich ihre verdiente Ruhe und ihren Frieden. Oh, welch ein utopischer Wunsch . . .(Dagmar Ranft-Schimke, Künstlerbrief, 2019)

Donnerstag, 12.05.2022, 19 Uhr, Stadtmuseum Dresden, Wilsdruffer Straße 2

Charlotte van den Broeck & Stefan Wieczorek: Nachtdrift

Der Dichterin und Essayistin aus Flandern ist mit „Nachtdrift“ ein dicht komponierter Gedichtband gelungen, den das immer wiederkehrende Thema der gescheiterten Liebe wie ein roter Faden zusammenhält. Beim wiederholten Lesen entfalten die Gedichte immer neue Bedeutungen. Diese Poesie ist genau, wohlklingend, abenteuerlustig – und sehr authentisch. Da die Einzelgedichte keine isolierten Kompositionen darstellen, sondern in Beziehung treten zu den anderen Texten, kommt man lesend in einen Flow. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Eine melancholische Ungeduld, die Weigerung zu akzeptieren, dass alles so ist, wie es ist, durchzieht diesen Band. Patrick Wilden stellt Charlotte Van den Broeck und ihren Übersetzer Stefan Wieczorek vor.

Die Lesung wird gefördert im Rahmen von „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e.V.

Eintritt: 6 € / 4 € (ermäßigt)

Montag, 16.05.2022, 19 Uhr alte schmiede wien (Schönlaterngasse 9)

Angelina Polonskaja liest auf dem Poesiefestival dichterloh in Wien

Bis an eine Grenze verdichtet, singen die Gedichte Angelina Polonskajas den bitteren Gesang der Desillusionierung, der Trauer, des Nihilismus und lösen aus ihnen Gegentöne, Gegenstille, Gegenbilder von äußerst eindringlicher Art.

Angelina Polonskaja, geboren in Malakhovka, einer Vorstadt von Moskau. Karriere als Eiskunstläuferin, längere Aufenthalte in Lateinamerika, den USA, dzt. wieder in Deutschland; Publikationsverbot in Russland. Gedichtbände u.a. Schwärzer als Weiß (2015) und Unvollendete Musik (2019), übersetzt von Erich Ahrndt.

Polonskaja schrieb das Libretto zum Oratorium „Kursk“, einem Requiem auf die im Jahr 2000 umgekommene russische U-Boot-Besatzung, das 2011 in Melbourne uraufgeführt wurde. Seitdem ist sie für die Mächtigen im Kreml eine Dissidentin. Schnee und Kälte sind ihre Metaphern für soziale und menschliche Kälte, auch für das Leiden daran. Polonskajas Lyrik bricht mit russischen Traditionslinien, indem sie ihnen zum Schein folgt und anschließend irritiert. Ihre Texte sind politisch, ohne zu agitieren oder zu appellieren. Sie ruft Landschaften und Jahreszeiten auf die Bühne, als wären sie Mörder oder Präsidenten. Im Schnee gefriert das Blut, knarrende Türen symbolisieren den unbarmherzigen Fortgang der Geschichte, der selten ein Fortschritt ist.

 


Newsletter bestellen
und wir halten Sie auf dem Laufenden

Zeitgeschichte im LLV

Buchpremieren zum Nachschauen