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Pfeuffer, Silvio: Tausend Sonnen sind eine vermisste Million

ISBN:
3-934015-76-X
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Mit Holzschnitten von Andrea Lange

Pfeuffers am technischen Zeitalter erprobte Sprache legt die Absurditäten des Banalen bloß. Mann und Frau bleiben bei ihm an Lappen hängen, die aus Rätseln geschnitten sind, wenn sie Sex auf Skiern machen, sich moralisch hinrichten, von der Monogamie des Regens doof werden, sich Orgasmen wie bevormundete Quallen auf den Rücken setzen, sich nur dann nicht verraten, wenn sie schweigen, und sich gehen lassen, wenn sie sich nichts angehen.

Silvio Pfeuffer: geb. 1969 in Suhl, Mitbegründer der Literaturzeitschrift edit, Studium der Philosophie, Promotion zu Levinas, lebt in Leipzig

"Ein kompaktes, sehr feines Buch: Ich verfolge Pfeuffers Gedichte seit vielen Jahren und kann nur sagen: Respekt." (Thomas Kunst)

Gespräch mit Silvio Pfeuffer im Film "DichterSehen"
⇒ 
l-lv.de/neu/product_info.php

Das Interview zum Nachlesen
⇒ 
l-lv.de/Film/Interviews/I_Pfeuffer.htm

Leseprobe:

die allee

I


gern gehst du auf der allee spazieren

du magst sie

 

zögernd und lang, ihre art –

einer dame ähnlich, die ihr äußeres vernachlässigt

hängt die allee einem gedanken nach

 

die stunde aufgreifend bald

sie bald in dünne streifen aufschneidend

 

gehört ihr aber nichts außer entferntem hundegebell

den pappeln zu beiden seiten

der flüchtigen, strenge vorschützenden landschaft dahinter


 

II

die dämmerung leuchtet das zuviel ihres lichts

und doch: nimmt sie vom abend nichts weg

 

was ist es mit den abenden, der ausschweifung

was sie in den herzen versäumt

die sie vernehmen muss morgen und morgen

in tiefem die gehöfte links und koppeln erschütternden bass

 

ihren begriffsstutzigen, dabei schlüssigen trost …

da springen die tage einzeln auf dem pflaster auf

was sie nicht tun

weil es wegen der ausschweifungen niemand bemerkt

 

allein daher rührt dein zwang

dich rechtfertigen zu wollen für etwas, das doch jeder sieht

und allein führt dich dies zur allee
 

 

III
 

nie wissen zu verbergen die augen

geschichten von billigkeit

für geheimnisse ganz unnütze geschichten

halbe städte entkommen durch dich

 

nüchtern von den cafés

den schönheiten, dem stolz, den schmierenkomödien

hast du name und ohnmacht verloren

und irritierst mit den blicken die schneefelder um dich

 

die willkür zwischen der ferne

und den hoffnungen

war immer banal

auf der allee bist du wie alle welt

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