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Haugova, Mila: Körperarchive

ISBN:
978-3-86660-018-8
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Gedichte, zweisprachig. Aus dem Slowakischen von Slávka Porubská

Die Haut als äußere Hülle des Körpers hat nicht die Stärke und Festigkeit eines Panzers, sie ist eine durchlässige, dehnbare und formbare Membran. In Haugovás Texten wird die Haut zu einer Kommunikationsfläche des Körpers, die Impulse in der Form von Berührungen registriert, verarbeitet und weiterleitet, aber auch verändert. Wie Kleider wird hier die Haut abgelegt, der männliche und weibliche Körper entledigen sich ihrer Verhüllung, um sich im Liebesakt zu vereinen: „im heißen Schatten gleitest du in mich hinein / und nimmst mich mit der ganzen Insel“. Die intime Kommuni­kation zwischen Mann und Frau: sie wird und wirkt extrem, radikal, bedingungslos. In die gesteigerte Empfindlichkeit ohne die schützende Hülle der Haut ist gleichsam auch die Ver­letz­barkeit eingeschrieben. Das Lieben verliert seine rein körperliche Konnotation; es berühren sich nicht nur die Körper, sondern die sich Liebenden in den Grundlagen ihres Seins. Ein derartiges Verschmelzen, Ineinander-Übergehen als Erlebnis einer be­din­gungs­losen Ent-Grenzung bringt die Notwendigkeit mit sich, sich eine wiederholte körperliche Be-Grenzung durch das erneute (metaphorische) Überstreifen der Haut aufzuerlegen. (Slávka Rude-Porubská und Brigitte Rath)

Eine weitere zentrale Metapher in Haugovás Schreiben ist der Garten. Im Garten liebt die Dichterin, hier verzweifelt sie und findet wieder zum Glauben, hier verfaßt sie Psalme und kassandrische Prophezeiungen, hier wendet sie den Fluss in den Gegenfluss, um sich immer wieder zu vergewissern, wo die Quelle der Liebe ist. Wo Alpha ist. Garten ist für Haugová zugleich ein Garten der Sprache und des Schweigens, ein Omega-Ort; Garten als Asyl und Privatparadies für Zwei, gleichzeitig Ort der immerwährenden Wandlung, an dem die Veränderung der Seele der gesamten Welt zu beobachten ist. Der Garten ist ein Spiegel von Haugovás Denken und Fühlen, er atmet und leidet mit ihr  (Dana Podracká)

Mila Haugová: geboren 1942 in Budapest, emigrierte 1968 nach Kanada, kehrte nach einem Jahr zurück, übersetzt aus dem Deutschen (Celan, Trakl, Lasker-Schüler, Mayröcker), Englischen (Sylvia Plath) und Ungarischen. Mila Haugová lebt in Bratislava und Levice.

"... Bilder, Zeichen, Kerben sind Grund der Sinne, aller Wahrnehmung des Leibes, Spur, und so erkundet Mila Haugová das ‘Herz mit seinen Territorien’, so schreibt sich der ‘nie beendete Text des Körpers’ ..." (Ludwig Hartinger) 

Leseprobe:

Von Orphea allein wissen wir wie der Tod und der Schlaf
in die Nähe des Lichtes mit Schatten aufsteigen
Ornament Rhythmus Statik (der Dinge) (Kathedrale)
das neunjährige schlafende Mädchen
wächst mit mir (in mir) steht plötzlich auf und geht

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