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Saarikoski, Pentti: TIARNIA

ISBN:
3-934015-60-3
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Gedichte, zweisprachig. Aus dem Finnischen von Richard Semrau & Sabine Fahl

Der Tiarnia-Zyklus, eine Folge von drei Gedichtbänden aus dem Spätwerk des postmodernen Klassikers der finnischen Poesie, liegt hier erstmals komplett in deutscher Sprache vor. Hier hat alles Platz, was sich sprechen läßt. Dieses Buch versammelt Texte von faszinierender Bandbreite. Saarikoski gilt als der Allan Ginsberg Finnlands.

Pentti Saarikoski (1937 – 24. 8. 1983): Studium der Altphilologie, Übersetzung von Werken der Autoren Heraklit, Sappho, Euri­pides, Homer, Plato, Catull, I. Calvino, J. D. Salinger, M. Frisch, H. Miller, J. Joyce, S. Bellow, Ph. Roth, B. Brecht, G. Sonnevi, G. Ekelöf und H. Ibsen ins Finnische, Kolumnist für Tages- und Wochenzeitungen wie „Uusi Suomi“ (Das neue Finnland), „Ylioppilaslehti“ (Studentenblatt) und „Suomen Kuvalehti“ (Finnische Illustrierte), später insbesondere für „Kansan Uutiset“ (Volksnachrichten) sowie für die Literaturzeitschrift „Parnasso“ (Parnaß). 1964/65 leitete er die Zeitschrift „Aikalainen“ (Der Zeitgenosse), in den 1960ern kurzzeitig Mitglied der KP Finnlands, Enttäuschung über den Einmarsch der Sowjets in Prag, Reisen u. a. nach Dublin, Jalta, Bayreuth, Reykjavik, Prag, Bukarest, Belgrad, London, Paris, in die Bretagne und nach Griechenland, 1975 Heirat mit Mia Berner

"Semrau ist es gelungen, einen deutschen Text herzustellen, über den sich genauso sprechen läßt wie über das finnische Original.” (Stefan Moster, Deutsch-Finnisches Jahrbuch 2003)

Diese Publikation wurde unterstützt von der Deutsch-Finnischen Gesellschaft (Berlin) und dem Informationszentrum für Finnische Literatur (Helsinki).

"... eine Kultfigur der postmodernen Literatur Finnlands" (Ursula März, Die ZEIT)

"... ein finnischer Ovid im Exil" (Thomas Kling, Die ZEIT)

"Saarikowski ist brilliant darin, seinen Themen in eingängigen und lakonischen, aber teilweise auch hochkomplexen Versen zu vereinen." (Benjamin Reuter, unaufgefordert)

"Richard Semrau kennt sich bestens aus. Er schenkt uns den Text selbst in einer Übersetzung, die den Vergleich mit dem Orginal nicht zu scheuen braucht. Das Vermächtnis des Dichters ist zugleich das Opus magnum seines Übersetzers geworden." (Stefan Moster)

"... eine übersetzerische Spitzenleistung, die jetzt auch das Spätwerk Saarikoskis dem deutschen Leser zugänglich macht. Die Zweisprachigkeit des Bandes macht es dem finnischsprachigen Leser möglich, das Original mit der Übersetzung zu vergleichen, was als besonderer Luxus gelten kann ... Richard Semrau ist es gelungen, Saarikoskis Zeilen semantisch fast wortgetreu wiederzugeben und gleichzeitig die Musikalität beizubehalten. Als Beispiel für eine geniale Lösung auf der lexikalischen Ebene soll die Beibehaltung des Stammorphems in der wortspielerischen Zeile 'käsi on käsi mutta mikä on käsite' (eine Hand ist eine Hand, aber was ist ein Begriff) durch die Wiedergabe 'ein Griff ist ein Griff, aber was ist ein Begriff' (S. 282-283) angeführt werden ... Richard Semrau ist es gelungen, Saarikoskis Spätwerk in all seinen Facetten in ein nuancenreiches Deutsch zu übertragen, in dem es nach Menschenart zu leben vermag." (Irma Hyvärinen, Jahrbuch für finnisch-deutsche Literaturbeziehungen)


Leseprobe:


XXIII


Teitä ei kai
voi pyytää hyppäämään
kun teillä on tuo jalka
tohtori Kierkegaard
mutta tässä
päärynäpuuhun nojaten
on soma istua
te näette auringonlaskun ja pellon ja Edithin kanat
ja Göranin audin
joka juuri nyt peruuttaa tallista
minä näen Quetzalcoatlin
ja pimeän
jota katajankaan neulaset eivät puhkaise kuuletteko
musikantit
tohtori Kierkegaard
teidän seurassanne olen aina viihtynyt
näin
että me olemme selin
ja tuuli vie sanat


XXIII

Sie kann ich wohl nicht
um ein Tänzchen bitten
Doktor Kierkegaard
Sie haben es mit dem Bein
aber hier
an den Stamm des Birnbaums gelehnt
sitzt es sich schön
Sie sehn den Sonnenuntergang und das Feld und Ediths Hühner
und Görans Audi
der dort rückwärts aus der Garage rollt
ich sehe Quetzalcoatl
und das Dunkel
durch das nicht mal die Nadeln des Wacholders dringen, hören Sie
die Musikanten
Doktor Kierkegaard
in Ihrer Gesellschaft habe ich mich immer wohlgefühlt
so wie jetzt
wenn wir Rücken an Rücken sitzen
und der Wind die Worte davonträgt


XXX

Tyrannit olivat
ihmisiä
jotka riisuivat
ja pukivat
työskentelivät yömyöhään
siirsivät papereita
ja kansalaisia
saapuneen postin laatikosta
lähtevän postin laatikkoon
nyt on hallinnosta poissa
sydämellisyys
tyrannit on rationalisoitu pois
koneet jotka
eivät väsy
eivät juo itseään humalaan
eivät tanssi ripaskaa
tekevät työn
ne puhuvat kuin piikkilankaa vedettäisiin
ja sinä saat kuulla
mikä olet
sinä olet ykkönen kakkonen kolmonen
tai nelonen vitonen kutonen seiska
tai nolla
nämä koneet eivät olisi mahdollisia
jos ei niitä olisi keksitty


XXX

Die Tyrannen waren
Menschen
die sich auszogen
und anzogen
die bis spät in die Nacht beschäftigt waren
die Papiere
und Staatsbürger
aus dem Fach für eingehende Post
ins Fach für ausgehende Post schoben
jetzt ist es aus der Verwaltung verschwunden
das Herz
die Tyrannen sind wegrationalisiert
Maschinen, die
nicht müde werden
sich nicht besaufen
nicht Kasatschok tanzen,
machen die Arbeit
sie reden, als würden sie Stacheldraht ziehen
und du darfst wissen
was du bist
du bist Nummer eins, zwei, drei
oder vier, fünf, sechs, sieben
oder eine Null
diese Maschinen wären nicht möglich
hätte man sie nicht erfunden

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