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Norwid, Cyprian Kamil: Über die Freiheit des Wortes

ISBN:
978-3-86660-126-3
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Gedichte und ein Poem. Aus dem Polnischen von Peter Gehrisch

Mit seiner Betrachtung "Über die Freiheit des Wortes" (1869) tritt Cyprian Norwid vor ein Publikum polnischer Emigranten in Paris. Im Gegensatz zur Redefreiheit (la liberté de dire) hebt er die an den Schöpfungsgesetzen orientierte Selbstregulierung des Wortes hervor, das sich - in scheinbarer Kraftlosigkeit - über Korrumpierung des Geistes, Lüge und Verschwommenheiten hinweg - zum prägenden Bild der Wahrheit ausformen und einer Epoche die geistige Richtung vermitteln kann.

Norwids Diktion - ein poetischer Fluss, durch Attacke, Panoramen, verblüffende Blicke und Ironie charakterisiert - galt den Auguren von Kunst und Poesie als Indiz für moderne Diktion wie bei Charles Baudelaire und Gérard de Nerval. Indessen: Norwids Werk erweist sich als ambivalente Einheit von geistiger Tradition und dringlichem Befreiungsschlag durch die poetischen Mittel.

Seit seiner Wiederentdeckung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist Norwid fester und maßgeblicher Bestandteil polnischer Geisteskultur.

Cyprian Norwid (1821-1883): geb. in Laskowo-Gluchy, Lyzeum in Warschau, 1840 Lyrikdebüt in der Zeitschrift Pismiennictwo Krajowe, Reisen nach Dresden, Venedig, Florenz, Rom und Berlin, Festnahme durch die preußische Polizei, Ausweisung, 1849-1852 Aufenthalt in Paris, Bekanntschaft mit Chopin, Auswanderung nach Amerika, 1854 Rückkehr nach Paris, Armut, Tuberkulose

"Der beste Lyriker des 19. Jahrhunderts, besser als Baudelaire“ Joseph Brodsky

"Cyprian Kamil Norwid (1821 bis 1881) gehört zu den ganz grossen Lyrikern der Weltliteratur, auch wenn die Welt das noch nicht gemerkt hat."  Ulrich M. Schmid, NZZ
⇒ 
www.nzz.ch/aktuell/startseite/ein-literarisches-ereignis-1.18043508

"Es ist die wunderbare Vorahnung einer neuen Poesie, die sich auf die Selbstständigkeit des poetischen Wortes gründet, auf die Idee, dass die Sprache so etwas wie ein eigenes Bewusstsein hat und die Aufgabe des Dichters darin besteht, die Selbstverwirklichung des Wortes zu gewährleisten. Norwid hat diese Aufgabe bravourös erfüllt." Oleg Jurjew, Tagesspiegel
⇒ 
www.tagesspiegel.de/kultur/jurjews-klassiker-jedes-wort-hat-sein-bewusstsein/8621840.html

 "Norwids großes Poem und eine Auswahl Gedichte: Über die Freiheit des Wortes" Ralf Julke
 ⇒ 
www.l-iz.de/Bildung/Bücher/2012/01/Cyprian-Norwid-Ueber-die-Freiheit-des-Wortes.html

Leseprobe:

Moja piosnka [II]

 

Do kraju tego, gdzie kruszyn? chleba
Podnosz? z ziemi przez uszanowanie
Dla darów Nieba...
             T?skno mi, Panie...

Do kraju tego, gdzie win? jest du??
Popsowa? gniazdo na gruszy bocianie,
Bo wszystkim s?u??...
             T?skno mi, Panie...

Do kraju tego, gdzie pierwsze uk?ony
S?, jak odwieczne Chrystusa wyznanie:
„B?d? pochwalony!”
             T?skno mi, Panie...

T?skno mi jeszcze i do rzeczy innej,
Której ju? nie wiem, gdzie le?y mieszkanie,
Równie niewinnej...
             T?skno mi, Panie...

Do bez-t?sknoty i do bez-my?lenia,
Do tych, co maj? tak za tak
nie za nie
Bez ?wiat?o-cienia...
             T?skno mi, Panie...

T?skno mi owdzie, gdzie któ? o mnie stoi?
I tak by? musi, cho? si? tak nie stanie
Przyja?ni mojej!...
             T?skno mi, Panie... 


Mein kleines Lied [II]

 

Nach jenem Land, in dem man jeden zu Boden

Gefallenen Brotkrumen ehrfürchtig aufhebt

Als Gabe des Himmels…

             Sehn ich mich, Herr…

 

Nach jenem Land, in dem es als Missetat gilt,

Das Nest eines Storchen vom Birnbaum zu reißen,

Weil es da ist für alle,

             Sehn ich mich, Herr...

 

Nach jenem Land, wo die Anfangsverehrung

Für Christus „Gepriesen seist du!“

Für alle Zeit gilt,

             Danach sehn ich mich, Herr…

 

Ich sehne mich auch nach einer anderen Sache,

Wovon ich nicht weiß, wo, gleichwohl in Unschuld,

Liegt ihre Wohnstatt

             Dahin sehn ich mich, Herr…

 

Hin zu Ohne-zu-sehnen und Ohne-zu-denken,

Zu ihnen, die Ja für Ja – und Nein für Nein halten –

Und wo Licht von Schatten sich scheidet...
             Danach sehn ich mich, Herr…

 

Sollt ich mich sehnen dorthin, wo wem an mir liegt?

Und eben so muß es sein, obzwar meiner Freundschaft

Es nicht wird gelingen!…

             Dorthin sehn ich mich, Herr...

Liryka i druk


Ty powiadasz: „?piewam mi?osny rym...“
My?lisz? ?e mnie oszukasz:
Nie czuj? strun, dr??cych pod palcem twym –
Jeste? poezji drukarz!
 
Liry – nie zwij rzecz? w pie?ni wtór?,
Do przygrawek!... nie – ona
Dla? jako ?ywemu or?u pióro:
A? z krwi?, nieroz??czona!
 
Tre?? – wypowiesz bez liry udzia?u,
Lecz da? duchowi ducha,
My?li my?l – to tylko cia?o cia?u.
Có? z tego? – martwo?? g?ucha!...
 
Handlarz tak?e odda grosz zwierzony,
Lecz nie odda wesela –
Nie u?ci?nie r?ki zaw?ci?gnionej;
Masz?e w nim przyjaciela?
 
O! ?ar s?owa, i tre?ci rozs?dek,
I niech sumienia ber?o
W muzykalny ??cz? si? porz?dek
S?owem ka?dym, jak per??!
 
Poznam wtedy, przez dr??ce powietrze
Pod gestem r?ki pró?nej,
?e od widzialnych strun – struny letsze
S? – i lir rodzaj ró?ny...    


Lyrik und Druck

 

Du sagst: „Einen Liebesreim sing ich…

Denkst? du könntest mich täuschen:

Ich kann die Saiten nicht spüren, unter den Fingern das Zittern –

Du bist nur Reproduzierer von Dichtung!

 

Sag nicht – die Lyra – habe im Lied nur den zweiten Rang,

Zur Begleitung!... und nicht –  

Wie die Feder eines lebendigen Adlers:

Untrennbar, verbunden bis an das Blut!

 

Der Inhalt – du kannst ihn ohne Lyra bekunden,

Aber: dem Geist geben Geist,

Dem Gedanken Gedanken – das geht nur von Körper zu Körper.

Sonst? – Taubheit, entseelt!...

 

Der Händler gibt ja auch den versprochenen Groschen,

Nicht aber den Spaß ab –

Drückt die entgegen gereichte Hand nicht;

Hätt‘st einen Freund du in ihm?

 

O! Glut eines Wortes, und im Innren Verstand,

Dies sei Herrscherstab des Gewissens,

Zu binden sich in den melodischen Auftakt

Mit jedem Wort, als sei‘s eine Perle!

               

Dann erkenn ich an der leichten Gebärde

Der Hand durch die vibrierende Luft,

Daß von den wahrgenommenen Saiten – es sind die leichteren

Saiten – auch die Lyren sind von verschiedener Art…


Fatum

 

Jak dziki zwierz przysz?o Nieszcz??cie do cz?owieka

I zatopi?o we? fatalne oczy...

– Czeka – –

Czy cz?owiek zboczy?

 

Lecz on odejrza? mu, jak gdy artysta

Mierzy swojego kszta?t modelu;

I spostrzeg?o, ?e on patrzy – co? skorzysta

Na swym nieprzyjacielu:

I zachwia?o si? ca?? postaci wag?

– – I nie ma go!


Fatum

 

Das Unglück kam wie ein Wildtier zum Menschen

Und senkte die schicksalshaften Augen in ihn…

– Wartet – –

Wird er irre, der Mensch?

 

Aber es blickte zu ihm zurück, gleich einem Artisten,

Nimmt Maß er für die Figur seines Modells;

Bemerkte, daß er hersieht – was? hätte er

An seinem Feind:

Wiegte sich mit seiner ganzen Gestalt

– – Und schon war es fort!





 

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