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Siwczyk, Krzysztof: Im Reich der Mitte

ISBN:
978-3-86660-027-0
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Gedichte, zweisprachig. Aus dem Polnischen von Andre Rudolph

Seit seinem in Polen gefeierten Debüt "Dzikie dzieci" hat sich Siwczyk mit zunehmender Radikalität eine poetische Sprache erschrieben, die sich aus überstrapazierten Formen moderner Dichtung zu verabschieden sucht, ohne dabei das Gedicht selbst aufzugeben. Vom Ansatz her antimetaphysisch, antimetaphorisch, antinarratorisch wirken diese Texte in ihren Pointen dennoch erzählerisch und existenziell. Den Leser erwarten Lakonie und spannende Registerwechsel.

"Gedichte brauchen vor allem diejenigen, die sie schreiben. Und wenn sie jemand anders liest, dann ist man auf wunderbare Weise überrascht." (Krzysztof Siwczyk)

Krzysztof Siwczyk: geboren 1977, lebt im oberschlesischen Gliwice (Gleiwitz), Studium der Kulturwissenschaft, Preis der Monatszeitschrift "Czas Kultury" für das beste poetische Debüt, wurde als Sprecher der MTV-Generation populär, spielte 1999 die Hauptrolle im Film (Regie: Lech J. Majewski) über Rafal Wojaczek, das enfant terrible der polnischen Nachkriegsdichtung

Andre Rudolph: geb. 1975 in Warschau, aufgewachsen in Leipzig, Studium der Germanistik, Philosophie und Westslawistik in Leipzig und Freiburg i.Br., Promotion mit einer Arbeit über Johann Georg Hamann (Tübingen 2006), derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter in Halle/Saale

Leseprobe:

Z KO?CEM

Le?y nagi przygotowany do mycia z ko?cem
dnia, który podchodzi pod wasze okna.
Nie podchod? zbyt blisko, bo ?wiat?o
jakie pada mu prosto na twarz
zas?ania cienie pod jego oczami
i operuje w okolicy ust bez pami?ci.

Du?o zrobili?cie na rzecz b?ogiej pami?ci.
Du?o podobnych historii karmi si? swym ko?cem.
Du?o za ma?o, je?li spojrze? trze?wymi oczami
na zas?aniane w po?piechu okna,
które pokazuj? zupe?nie now? twarz
w chwili, gdy odj?? im marne ?wiat?o.

Mi?o jest o was wiedzie?, gdy odbite ?wiat?o
wiedzie was na o?lep do granic pami?ci,
za którymi nie czeka na was ?adna twarz.
Nie mo?ecie tego widzie?, ale waszym ko?cem
zachwycone s? wszystkie jasne okna,
które ?ni? o was z otwartymi oczami.

Nic innego nie kryje si? za tymi oczami,
nic doskonalszego ponad popió? i sztuczne ?wiat?o!
Nie pytajcie, co na to rozbite okna.
Wystarczy odrobina dziur w pami?ci
i wszystko uk?ada si? przed ko?cem,
który sprokuruje wam niema twarz.

Nie ma bladego poj?cia, co to twarz
patrz?ca na niego b?agalnymi oczami.
Nie kojarz si? specjalnie z jego ko?cem,
skoro w lepszym czasie zga?nie twoje ?wiat?o
i z go?a nic nie zostanie ci w pami?ci
poza widokiem z wypaczonego okna.

Mo?esz teraz uchyli? wasze okna,
zamkn?? za sob? noc i obmy? twarz.
Na wszelki wypadek z?ap go za r?k?, gwoli pami?ci.
Raz jeden uwierz w niego i z zamkni?tymi oczami
pomy?l, ?e to tylko ?le ustawione ?wiat?o
i s?owo, które niewiele znaczy przed ko?cem.

Mo?ecie przecie? zej?? si? z lepszym ko?cem. Okna
rzuc? wam od niechcenia ?wiat?o w twarz!
Przysz?o?? ?wieci? b?dzie za was oczami bez pami?ci.


MIT DEM ENDE

Zum Waschen bereit liegt er nackt mit dem Ende
des Tages, der unter eure Fenster tritt.
Tritt nicht zu nah heran: das Licht,
das mitten in sein Gesicht fällt,
verdeckt die Schatten unter seinen Augen und
operiert im Umkreis der Lippen ohne Erinnerung.

Viel habt ihr getan für die süße Erinnerung.
Viele ähnliche Geschichten nähren sich von ihrem Ende.
Viel ist zuwenig gesagt, wirft man einen nüchternen Blick
auf die eilig zugezogenen Vorhänge der Fenster,
die plötzlich ein ganz neues Gesicht zeigen,
raubt man ihnen das kümmerliche Licht.

Nett, um euch zu wissen, wenn das reflektierte Licht
euch blind zu den Grenzen der Erinnerung führt,
hinter denen kein Gesicht auf euch wartet.
Ihr könnt das nicht sehen, doch euer Ende
begeistert alle hellen Fenster,
die mit offnen Augen von euch träumen.

Nichts anderes verbirgt sich hinter diesen Augen,
nichts vollkommeneres als Asche und künstliches Licht.
Fragt nicht, was die zerschlagenen Fenster dazu sagen.
Wenige Löcher in der Erinnerung genügen
und alles ordnet sich vor dem Ende an,
das euch entgegentritt aus einem leeren Gesicht.

Er hat keine Ahnung, was dieses Gesicht soll,
das ihn mit flehenden Augen anblickt.
Doch fühl dich nicht speziell seinem Ende nahe,
denn in einer glücklicheren Zeit erlischt dein Licht,
und dann bleibt dir einfach nichts mehr in Erinnerung
als der Blick aus dem demolierten Fenster.

Du kannst jetzt eure Fenster ankippen,
die Nacht hinter dir schließen und dein Gesicht waschen.
Faß ihn vorsichtshalber an der Hand, zur Erinnerung.
Glaub an ihn, nur ein einziges Mal, mit geschlossenen Augen.
Stell dir vor, es ist nur das schlecht eingestellte Licht
und ein Wort, das nicht viel bedeutet vor dem Ende.

Ihr könnt euch doch treffen mit einem besseren Ende.
Unwillig werfen die Fenster ihr Licht auf eure Gesichter!
Die Zukunft wird an eurer Stelle leuchten mit erinnerungslosen Augen.



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