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Quitz, Marion: Zweisamkeit im Neonlicht

ISBN:
3-934015-62-X
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Die Geburt des surrealen Comic: Texte und Zeichnungen

Es gibt kein Richtig und Falsch, kein Yin und Yang, kein Tag und Nacht in Marion Quitz' Arbeiten. Sie sind frei von dichotomen Vereinfachungen und offen, eine Vielzahl von Lebensvorkommnissen, die in Form von Fabeln und Phantasien bildhaft codiert sind, stumm zu erzählen. Die Literatur, hier erstmals mit eigenen Texten vertreten, bietet Marion Quitz Anstöße zum Dialog, von dem aus sie immer wieder in die Einsamkeit des Monologs zurückkehrt und ganze Familien metaphysischer Figuren erfindet.

Marion Quitz: geb. 1969 in Burg, Besuch der sorbischen Oberschule, Studium der Malerei bei Prof. Sighard Gille, der Konzeptuellen Kunst bei Prof. Jochen Gerz und der Neuen Medien bei Prof. Alba d’Urbano an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, Reisen nach Italien und in den Nahen Osten, Mitbegründerin der Edition + Galerie Erata (mit Viktor Kalinke), lebt mit ihren 4 Töchtern in Leipzig

"Tiere und Mischkreaturen, die in der Verrücktheit ihrer Zusammenstellung die Schwierigkeiten bezeichnen, die mit Begehren, Freundschaft, Zerwürfnis, Brüchigkeit und Anerkennung einhergehen. Mann und Frau diffundieren, ihre Grenzen lösen sich in Marion Quitz' Welt auf. Ihr Hauptthema bleibt die 'kulturelle Kluft' zwischen beiden Geschlechtern, über die Worte keine Brücke schlagen können, um einander zu erreichen. Allein der Körper und der Traum sind imstande, in einen Austausch zu geraten, der die Schattenhaftigkeit der Begegnung übertrifft." Viktor Kalinke (Ostragehege)

Leseprobe:

Blinder Messias

 

Blitzt ein Faden der gewobenen Geste

zieht vorbei im Rausch des Moments

betritt das Tor im Rampenlicht

am Gang ist klar zu sehen

wer mit den besseren Waffen kämpft

 

Die Droge wirkt nicht mehr

der Verstand siegt mit Macht

versucht ein Lamm die Brücke zu überqueren

der Automat spuckt keine Karten aus

die den Boden betreuen könnten

 

Auf dem Marktplatz treffen Tanten Tanten

um wichtige Gespräche zu führen

Verbrechen kündigen sich an

ein schrilles Gebirge an aufsteigenden Tönen

verhallen im Tal des verstehenden Blickes

 

Eine angezündete Zigarette

füllt den Raum mit Ahnung

rollende Koffer gepackt zum Davonfahren

eine Kette rot und schwarz

im Akkord der fixierten Augenblicke

 

Erzählung kurz zwischendurch

und du glaubst nicht mehr daran

Verschneiden der Ungewissheit

verwickeltes Probieren, verqueres Sinnen

straffe Saiten, die Stimmung wird geprüft

 

Eine Oase der Besinnung

am Eingang des Hauses eine alte Frau

Hat sie jemals versucht zu verreisen?

 

Kurzes Gerinnen der Zeit im Glas ohne Stiel

Du bekommst ein Bier, aber die Frau

greift an Dir vorbei, du fällst, dein Bonbon auch

und schlägt langsam auf den Boden auf

 

Dein Auto ist längst ausgebrannt

und steht verschlossen zum Verschrotten

Der Prinz kehrt heim und verzweifelt

Holzpferde, die sich nicht reiten lassen

 

Meinst Du wirklich, dass ich dir beistehe

meinst Du wirklich, dass du mir Glück bringst

meinst Du wirklich, dass du findest was du suchst

Warum schläftst Du und trägst dein Weinglas?

 

Partitur der Verrückung der Stühle und Tische

Faire Gebärde des Verabschiedens mit beiden Händen

Verzweiflung der Manneskraft, süßes Geplänkel

Ferner Frauenkörper gebiert Gedanken

werden davongetragen, es wird Holz geschlagen

um sie zu verheizen, Zufriedenheit kehrt ein

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