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Costa, Maria Velho da: Myra oder Zwei Tage Glück

ISBN:
ISBN 978-3-86660-181-9
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Roman. Aus dem Portugiesischen von Markus Sahr
160 S., Festeinband


Eine Jugendliche mit russischen Wurzeln, die durch Portugal vagabundiert: das ist Myra. Sie kennt keine Liebe, keine Hoffnung und keine Geborgenheit. Allein die Angst bietet ihr Orientierung in einer grausamen Welt. Zusammen mit ihrem Hund Rambo – den sie liebt, weil er so ist wie sie – streift sie durch das Land, von Ort zu Ort, von einer Begegnung zur nächsten. Und überall nimmt sie eine andere Identität, einen anderen Namen an. Erst als sie auf Gabriel trifft, gelangt etwas Licht ins Dunkel ihrer Geschichte.

Der Roman entführt in ein Portugal von heute, in eine Welt aus tiefen wirtschaftlichen und sozialen Gegensätzen, in der das Geld über die Zugehörig­keit entscheidet, ohne daß es zum Glück führen würde. Es ist ein Buch tiefer Menschenkenntnis und großen Einfühlungs­vermögens. Skeptisch einem Glück auf Dauer gegenüber und angesichts des menschlichen Verhaltens überhaupt. Den­noch ist es nicht ohne Hoffnung.

Leseprobe:

„Sie schnäuzte die Nase in den Saum ihres Rocks und wischte sich das Gesicht an dem Ärmel ihrer löchrigen Jacke ab, die die Mutter sie in der Wohnung anziehen ließ und von der sie behauptete, sie sei von dort. Myra erinnerte sich an den Schnee auf den Dächern aus Gold und Tonziegeln. An die Blinis, für die es in diesem Land keinen Namen gab. Anfangs hatte es für nichts einen Namen gegeben. Und an die Großmutter, die mit ihr an der Hand vor den Kirchentüren gestanden hatte, der Geruch nach tausend Kerzen, die Hand mal ausgestreckt, mal sie verbergend. Dazu immer die Angst. Um das gestohlene Brot nicht sofort aufzubrauchen, rannte Myra den Strand hinunter, die Arme ausgebreitet, einen Schuh in jeder Hand, in Richtung der Möwen, die sich in dem gelben, zischenden Schaum niedergelassen hatten. Erregt schrien sie und flogen zornig über ihren Kopf hinweg, doch sie griffen sie nicht an. Die Mutter hatte gesagt, dass die Möwen an einem See, dort, bei ihnen, einmal so lange auf eine Hexe eingehackt hätten, bis sie tot gewesen sei. War das gelogen, um sie zu erschrecken, oder war es wirklich so in ihrem Land?“

Maria de Fátima de Bívar Velho da Costa: geb. 1938 in Lissabon, Studium der Anglistik und Germanistik, Lehrerin, 1973-1978 Präsidentin der Portugiesischen Schriftstellervereinigung, 1980-1987 Lektorin für Portugiesisch am King’s College London, 1988-1991 Kulturbeauftragte auf Cabo Verde, Auszeichnungen: 2002 Prémio Camões, 2008 Prémio Correntes de Escritas für den Roman Myra

Markus Sahr: geb. 1962 in Mainz, Studium bei Walter Jens, unterrichtete in Lissabon und Bristol, lebt seit 2002 in Leipzig, Übersetzer der Portugiesischen Bibliothek im LLV
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