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Grajauskas, Gintaras: Knochenflöte

ISBN:
3-934015-47-6
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Gedichte, zweisprachig. Aus dem Litauischen von Mala Vikaite & Viktor Kalinke

"Ein Gedicht zu schreiben bedeutet für mich vor allem, Emotionen zu beherrschen, sie zu vergessen und sich von ihnen zu distanzieren. Ich bin kein Fachmann für Eingebungen des Augenblicks und Extasen. Der Theatralik ziehe ich eher Intimität vor, die Möglichkeit, sich mit Andeutungen zu verständigen, die nur die Kommunizierenden verstehen, mit eigenartigen Blicken, mit Gesten." (G. G.)

Gintaras Grajauskas: geb. 1966 in Marijampole (Litauen), studierte Jazz am Staatlichen Konservatorium in Klaip?da, tätig bei Radio- und TV-Sendern, seit 1994 bei der Tageszeitung Klaip?da, seit 1996 Herausgeber der Literaturbeilage Gintaro lašai (Bernsteintropfen), singt und spielt Bassgitarre in der Band Rokfeleriai, seine Gedichte wurden u. a. ins Englische, Deutsche, Schwedische, Polnische übersetzt;  1993 erhielt er den Gele-Preis für "Tattoo" (Tatuiruote), 1999 den Preis des Lyrikfestivals "Frühling der Poesie" und den Simonaityte-Literaturpreis für "Knochenflöte" (Kauline dudele)

Leseprobe:

Imperijos ¸?tis

toki? legion? imperija ma?ius nebuvo: diedai, ginkluoti
maro laik? durtuvais, miestel?nai, ?kininkai, baironiški
juodaplaukiai, atsargos leitenantai, arm?nas, atb?g?s
nuo arb?z?, Ryt? kov? meno specialistai su nindzi? kardais ir
raiš?iais,

adrenalino pilnomis venomis, pablyšk?, nekalb?s naujieji
barbarai, ¸m?dai, sarmatai, paukš?iakalbiai labusai
dauguma visai dar vaikai, spaud? rankose nosin?m
aprištus, kad geriau ?sitvert?, armat?ros virbus

gyr?si, dr?sinosi, vis pasikalb?dami, kad nors kok?
ruski? specnaz? nukals, o paskui teb?nie. Toks vienas,
randuotas visas, s?d?jo kampe su ta pamiš?liška
armat?ros kuoka, tik dviguba, r?k? ? sauj?,

kad ir buvo grie¸tai u¸drausta, aplinkui benzinas,
molotovai, r?k?, viena ausim t? karing? kalb?
besiklausydamas, šypsojosi, balto metalo dantys
¸vilg?jo lyg naujas ne¸inomas ginklas, pilni

pasiutimo ašmenys, nuodo migla apvilkti, kitu
laiku b?t? mirtina tokia šypsena,
vaik?zai pasteb?j? aprimo, o anas vis
r?k? ? sauj?, šypsojosi, lauk?


Untergang des Imperiums

solche Legionen sah das Imperium nie: Väterchen, bewaffnet
mit Bajonetten aus Pestzeiten, Provinzler, Bauern, schwarzhaarige
Byrons, Reserveoffiziere, ein Armenier, geradewegs von seinen
Melonen kommend, asiatische Kampfsportprofis mit Ninja-Säbeln
und Binden

Adrenalin gefüllte Venen, bleiche, einsilbige Neulinge
Barbaren, ´muden, Sarmaten, unverständliche Labuser
die Mehrzahl noch Kinder, umkrallen mit Taschentüchern
umwickelte Eisengestänge, um sich besser zu halten

prahlen, reden sich Mut ein, irgendwelche
russischen Spezialtrupps niederzuknüppeln, was danach sei, egal.
Der voller Narben sitzt in der Ecke mit dieser idiotischen
doppelten Eisenstange, raucht in die hohle Hand,

streng verboten, ringsum Benzin,
Molotows, raucht, hört mit einem Ohr den kriegerischen
Reden zu, lächelt, Zähne aus weißem Metall,
glänzen wie eine neue unbekannte Waffe, durch und durch

wahnsinniger Schliff, eingehüllt von giftigem Nebel, zu anderen
Zeiten wäre solch ein Lächeln tödlich
die Jungs merklich ruhiger, aber der da raucht weiter
in die Hand, lächelt, wartet

´muden, Sarmaten, Labuser (von lit. „Labas!“ : „Hallo!“) – Bezeichnungen für Litauer


Revoliucija

plan? ¸inojom mintinai:
vald¸ios ?staigos
tiltai radijo stotys
gele¸inkelis

kai kas iš m?siški?
tur?jo bi?iuli? kareivin?se

jums dar bemiegant
lygiai šešt? valand? ryto
prasid?jo

pus? septyni?
jau skait?me komunikat?

aštunt? baltas
teisingumo ministras
v?m? ant ¸alio kilimo

minia d¸i?gavo

gatv?mis ried?jo statin?s
prostitut?s puikavosi
m?siško pavyzd¸io kokardomis

penkios minut?s po vidudieno
amnestavome kalinius

ir tai buvo viskas
k? gal?jome padaryti

(aš dar pasakiau: viskas
k? gal?jome)

pus? pirmos Gabrielius
arkangelas
trimitavo pasaulio pabaig?.


Revolution

den Plan kannten wir auswendig:
Regierungsbehörden
Brücken Radiostationen
Eisenbahn

einige von uns
hatten Freunde bei der Armee

ihr habt noch geschlafen
punkt sechs Uhr in der Früh
ging es los

halb sieben
lasen wir schon das Kommunique

um acht: der bleiche
Justizminister
kotzte auf den grünen Teppich

die Menge jubelte

in den Straßen rollten Fässer
die Prostituierten stolzierten
nach unserem Vorbild mit Kokarden

fünf Minuten nach zwölf
amnestierten wir die Gefangenen

und das war alles,
was wir tun konnten

(ich sag es noch mal: alles
was wir konnten)

halb eins: Erzengel
Gabriel
trompetete zum Weltuntergang

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Homepage zu diesem Autor.
Dieser Artikel wird voraussichtlich ab dem Freitag, 01. Januar 3013 lieferbar sein.
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