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Heße, Sascha: In Afrika sind die Buchstaben versteckt

ISBN:
978-3-86660-131-4
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Aphorismen und Notate

Vom alltäglichen Miteinander über die Kunst und den Sinn des Lebens bis hin zum Mysterium des Todes: Heße vereint Witz und Tiefsinnigkeit und nimmt den Leser mit auf einen philosophischen Streifzug, der mehr als einmal dazu anregt, etablierte Denkmuster zu hinterfragen und neue geistige Pfade zu beschreiten.

Das vorliegende Buch beschließt eine Tetralogie, deren Teile 1 bis 3 in den Jahren 2006, 2008 und 2010 unter den Titeln "Bewegungen des Zweifels", "Den Anker in die Luft werfen" und "Auf eigenen Händen" erschienen sind.

Sascha Heße: geboren 1976 in Magdeburg, umfangreiche musikalische Ausbildung, Studium der Komposition in Weimar, 1997 Wechsel nach Leipzig zum Studium der Philosophie, Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft sowie der Kulturwissenschaften. Buchpublikationen seit 2004. Lebt und arbeitet in Leipzig.

Leseprobe:

Dass etwas „aus der Luft gegriffen“ sei, damit meinen wir gewöhnlich, es habe keine zu­rei­chende Begründung, sei fingiert. Jeder gute Ge­danke jedoch ist in Wahrheit aus der Luft ge­griffen, und je besser er ist, desto flüchtiger ist er auch, desto schnelleren Zugriff in die Luft – den Äther des Geistes gleichsam – braucht es, um ihn zu erhaschen und in die Form der Sprache zu kleiden.

 

An jedem Wissen, das wir uns aneignen, wird uns auch bewusst, was wir nicht wissen – und dieses Nicht-Wissen ist meist umfassender als das Wis­sen, an dem es zu Bewusstsein kam. Da­her das Gefühl, durch Lesen oder andere Arten des Wis­sens­erwerbs eher unser Nicht-Wis­sen als unser Wissen zu vermehren. 

 

Was dem Menschen von mangelhafter Intelligenz abgeht, ist nicht nur Differenzierungsvermögen, sondern auch dessen Gegenteil – indem ihm oft verschieden dünkt, was in Wahrheit einerlei ist.

 

In einem solchen Ausmaß kann sich der Sinn des denkenden Menschen wenden, dass er in dem, was er vormals für das Unwahre hielt, weil es im­stande war, ihn zu trösten, jetzt aus eben dem­sel­ben Grund das Wahre erblickt.

 

Intelligenz ist eigentlich erst da, wo einer nicht mehr nur klug denkt, sondern auch – und vor allem – klug lebt.

 

Die Gemeinheit der meisten Menschen besteht vor allem in der großen Menge ihrer gemein­sa­men Desinteressen.

 

Keine astronomische Entdeckung hat je die „kosmische Geringfügigkeit“ des Menschen be­wie­sen oder auch nur nahegelegt. Dies zu ver­mei­nen, beruht auf einem Denken, das allein auf­grund von Quantitäten urteilt und wertet.

 

Die leicht abfällige Rede vom „wandelnden Lexikon“ birgt in sich die Einsicht, dass ange­häuftes Wissen nicht gleich Klugheit, nicht gleich Intelligenz, schon gar nicht gleich Weisheit ist.

 

Wer begründet zweifelt, dessen Zweifel steht eben­so fest wie die Gewissheit des Zweifellosen.

 

Erst jene Überzeugung ist die endgültig rechte, die dadurch nicht ins Wanken gerät, dass du voll­ständig verstehst, warum du sie hast.


Wenn die Menschen um den schier unendlich langen Stau an Gedanken und Einsichten wüss­ten, der sich vor den Schranken gebildet hat, mit denen sie beschränkt sind!


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