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Kalinke, Viktor: Nichtstun als Handlungsmaxime als eBook - Studien zu Laozi Daodejing, Bd. 3

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978-3-86660-115-4 eBook
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Zur Rationalität des Mystischen. Essay

Inwieweit folgt die moderne Reflexion der Folgen sozialen und politischen Handelns archaischen Mustern? Was können wir aus einer 2300 Jahre alten Schrift lernen über die Durchsetzung globaler Wirtschaftsmechanismen und eine Welt, die sich komplexen Zusammenhängen öffnet? Gibt das berühmte Daodejing des Laozi tatsächlich Antworten auf unsere heutigen Fragen oder sind es vielmehr wir selbst, die, verführt von den Übersetzern, unsere eigenen Antworten in das Buch hineinprojizieren? Auf scheinbar mystische Weise wohnt dem Daodejing die Fähigkeit inne, uns die Antworten zu entlocken, die wir benötigen. Den altchinesischen Philosophen zeichnet aus, daß er mehrere Sichtweisen gegenüber der Wirklichkeit einzunehmen vermag, ohne sich an eine fest zu klammern. Er wechselt zwischen den Perspektiven, wenn es die Situation erfordert oder anbietet. In diesem Essay geht Viktor Kalinke der Frage auf den Grund, wie mehrdeutige Formulierungen sowohl zur sozialrevolutionären als auch zur spirituellen Wirkung des Daodejing geführt haben und bis in die Gegenwart zur Neuauslegung anregen.


Laozi (Schreibweisen: Lao tse, Lao-tse, Lao tzu, Laudse):
Legendärer chinesischer Philosoph, der der Sage nach ein älterer Zeitgenosse des Kongzi (Konfuzius) gewesen sei und als königlicher Schrifthüter gearbeitet habe. Die Schilderung eines Treffens, bei dem Kongzi (5. Jh. v. Chr.) von Laozi über die Riten belehrt, findet sich bei Zhuangzi und gilt als phantasievolle Erfindung ohne historischen Gehalt. Auch die „Biographie“ des Laozi, die der chinesische Hofhistoriker Sima Qian (2. Jh. v. Chr.) wiedergibt, beruht auf Gerüchten. Ob je ein Mann namens „Laozi“ (wörtlich: „Alter Meister“) gelebt hat, wird von der Forschung bezweifelt. Die ihm zugeschriebene Aphorismensammlung „Daodejing“ entstand vermutlich zu Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr. als Meditationsgrundlage für philosophische Schulen. Die heute übliche Kanonisierung des Textes in 81 Kapitel geht auf den Han-Kaiser Han Gi Di (156-140 v.Chr.) zurück.

Viktor Kalinke: geb. in Jena, Studium der Psychologie und Mathematik in Dresden, Leipzig und Beijing, Kreativitäts-Preis der Hans-Sauer-Stiftung, Mitbegründer der Edition + Galerie Erata, Promotion, Professur, lebt in Leipzig.

"Nun erschien der dritte und abschließende Band von Viktor Kalinke Nichtstun als Handlungsmaxime mit sehr detaillierten und nuancierten Ausführungen zum Inhalt und Wesen des Daodejings. Eine aus meiner Sicht sehr umfassende und gelungene Zusammenfassung zum aktuellen Forschungsstand sowie eine ausgesprochen einfühlsame und beeindruckende Darlegung der Weltsicht vor dem philosophisch-menschlichen Hintergrund des Daodejing. Ein Buch, das man gelesen haben sollte!" Matthias Claus, Das klassische China

"Sehr ausführlich und sehr lebendig." Ralf Julke, L-IZ
⇒ Nichtstun als Handlungsmaxime: Viktor Kalinke und die Faszination des Daodejing - Rezension von Ralf Julke
www.l-iz.de/Bildung/Bücher/2011/07/Die-Faszination-des-Daodejing.html

Leseprobe:

Die Qual mit dem Nichtstun: Versuch einer Einleitung

Inwieweit die moderne Reflexion der Folgen sozialen und politischen Han­delns archaischen Mustern folgt, soll anhand des Dao­de­jing unter­sucht werden. Es scheint, daß die Durchsetzung globaler Wirtschaftsmechanismen die Frage aufwirft, wie eine solcherart komplexen Zusammenhängen geöffnete Welt organisiert oder, pragmatisch gesagt, verwaltet wer­den sollte und was wir hierüber von den alten Meistern lernen können. Hier soll vom Daodejing die Rede sein. Der große zeitliche Abstand zu seiner Entstehungszeit – dies sei als Vorteil genannt – erlaubt es, von akzidentiellen Be­ge­ben­heiten auf systemisch-wirksame Strukturen und Prozesse hin zu verallge­meinern. Eine genauere Betrachtung der historischen Umstände, des Überlieferungszustandes und der Schwierigkeiten bei der Übersetzung und Interpretation kann dabei nicht ausgespart bleiben.

Dabei stellt sich die Frage, wieso Antworten auf die heutigen Probleme der Ressourcennutzung, des Umgangs mit der Natur, der Behandlung lokaler und partikularer Interessen in einem Buch zu finden sein sollen, das über zweitausend Jahre alt ist. Selbstverständlich enthält das Daodejing keine Ant­worten auf unsere Fragen. Ihm wohnt jedoch die Fähigkeit inne, uns Antworten zu entlocken, d.h. uns anzuregen, daß wir selbst die Antworten geben, die wir benötigen. Diese Fähigkeit hat das Daodejing seine gesamte Rezeptions­geschichte hinweg bewahrt: Jede Generation hat es neu für sich ausgelegt und es als Projektionsspiegel für die eigenen Sorgen, Wünsche und Hoffnungen genutzt. In China spricht man daher mitunter nicht vom Daodejing an sich, sondern vom „Han-Laozi“, „Tang-Laozi“ oder „Song-Laozi“ – je nachdem auf welche Epoche man sich im Verständnis des Textes bezieht.

In welcher Weise gelingt dem Daodejing diese poietische Funktion? Welche Eigenschaften zeichnen den Text aus, so daß er immer wieder neu und anders gelesen werden kann? Betrachtet man die vorliegenden Übersetzungen in europäische Sprachen, so fällt auf, daß beinahe jede Übersetzung ein anderes Buch zu präsentieren scheint. Wie kommt diese Unterschiedlichkeit zustande? Fehlt es den Übersetzern an Geschick und Sprachkenntnis, um den alten Text in ihrer Sprache „nachzuerzählen“? Verhindert die strukturelle Unter­schied­lich­keit des Chinesischen und der Alphabetsprachen, eine annähernde Überein­stimmung herzustellen? Oder liegt die Mehrdeutigkeit des Textes im Text selbst begründet, ist er gar auf Mehrdeutigkeit hin angelegt, um den Hörer oder Leser zu verwirren, um ihm die Mühe nicht zu ersparen, selbst zu denken und sich selbst die gewünschten Antworten zu geben?

Bereits an anderer Stelle[1] haben wir dargelegt, wie Mehrdeutigkeit die Eignung eines Textes als Grundlage religiöser Bewegungen bewirken kann: Im Neuen Testament wird Jesus beispielsweise erst als friedliebender Wander­prediger, dann als kampfeslustiger Zelot dargestellt, der im Jerusalemer Tempel die Tische der Händler umwirft und damit den Zorn der Mächtigen auf sich zieht. Das christliche Rezeptionsvolk hat sich an dieser Mehrdeutigkeit in den nachfolgenden Jahrhunderten wieder und wieder gespalten: Die einen hoffen auf die Frohe Botschaft, das Nahen des Himmelreiches, die anderen nutzen Waffengewalt, um ihre Expansionsgelüste oder Freiheits­sehnsucht durch­zu­setzen – der Dreh ist, daß sich beide Gruppen auf die Bibel berufen können, um Bestätigung und höhere Weihe für ihre Haltung zu empfangen. Es lassen sich in der Bibel zahlreiche weitere Textstellen auffinden, die Mehr­deutig­keit bis hin zur logischen Widersprüchlichkeit enthalten. Praktisch wird es damit möglich, das Gesetz zu verschärfen und gleichzeitig zu behaupten, es sei damit auf­ge­hoben.[2] Hier sollen die angeführten Beispiele genügen, um zu zeigen, daß selbst­wider­­sprüchliche Aussagen zu den Grundlagen der christlichen Religion gehören und im Laufe ihrer Geschichte als Legitimation zu ganz un­ter­schied­lichen Zwecken genutzt worden sind. Hier kommt es auf die Analogie an: Das Daodejing be­schäftigt sich im wesentlichen mit drei Themen: 

·                     der kosmologischen Stellung des Menschen in der Natur und der Welt,

·                     den Techniken des Weisen, Weisheit zu erlangen, und

·                     den Strategien des Herrschers, die Herrschaft zu erhalten.


Alle drei Themen stehen nicht zusammenhangslos nebeneinander, sondern sind vielfältig miteinander verwoben. Aus der biokosmologischen Betrachtung resultieren fortlaufend Metaphern, die Hierarchien, Machtverhältnisse und Hand­lungsweisen plausibilisieren und den Eindruck eines Systems erwecken, das hinsichtlich seines abstrakten Gehalts in sich ge­schlossen erscheint. Zugleich muß es als offen bezeichnet werden, da es Bezüge auf Un­be­nenn­bares und Mehr­deutigkeiten nutzt, um suggestiv in den Entwurf politischer Stra­tegien hineinzuwirken. Der eigentliche Dreh des Daodejing besteht darin, sich inner­halb des feinen Gewebes an Intuitionen, Be­schrei­bun­gen, Anklagen und Emp­feh­­lungen nicht festzulegen. Es entsteht ein schwe­bendes Gefühl beim Hörer oder Leser, er ist genötigt, die Festlegung selbst zu tref­fen. Diese Haltung ent­spricht ganz der Notwendigkeit, der sich ein gelehr­ter Berater des Herrschers in der chinesischen Antike ausgesetzt sah: Er konnte es sich nicht leisten, offen die Politik des Fürsten, von dessen Gunst er lebte, zu at­tackieren oder in einem Streitgespräch, wie wir es von den griechischen Schau­prozessen kennen, These und Antithese ge­gen­einander aufzuhetzen, um seine Po­si­tion polemisch zu erhöhen und sein Profil zu schärfen. Das Daodejing treibt die Kunst der Nicht-Festlegung bis zum Äußersten. In jeder Passage kann der Interpret umkehren und beinahe das Gegenteil von dem behaupten, was er eben noch glaubte, verstanden zu haben.

In der Tradition der Nicht-Festlegung steht das Daodejing nicht allein. Auch die Hauptkonkurrenten um die fürstliche Aufmerksamkeit, die Jünger des Kon­fuzius, bedienen sich dieser Vorgehensweise:

 ... die dem Sokrates des Platon gestellten Fragen und die dem Konfuzius der Gespräche gestellten Fragen [sind] fast dieselben: Was hat es auf sich mit der Tugend, mit dem Mitleid usw.? Konfuzius antwortet nun aber nie mit einer Definition. Auf dieselbe Frage antwortet er verschiedenen Gesprächspartnern jeweils anders, sogar widersprüchlich, manchmal gibt er gar demselben Gesprächspartner je nach Augenblick verschiedene Antworten. Sein Sprechen wird unaufhörlich situationsgemäß variiert, es ist evolutionär und den jeweiligen Umständen angepaßt und kann so eine Ebene der Allgemeinheit darstellen, die die Ebene der Wesenheiten wäre. Aber seine Besonderheit ist auch nicht die Besonderheit des Beispiels, denn das würde bedeuten, daß man immer noch das Allgemeine illustriert oder es unterstellt. Es ist ein Hinweis, es stiftet gleichzeitig an und drückt einen Beginn aus, und es bringt etwas auf den Weg: ‘Ich lüfte einen Zipfel, es ist an euch, die drei anderen zu lüften’, sonst mache ich nicht weiter.[3]

Hinsichtlich dieser Methode unterscheiden sich die klassischen chinesischen Philosophen nicht sehr, denn sie alle befanden sich in derselben sozio-ökono­mischen Situation. Der strategische Umgang mit den jeweiligen Um­ständen, d.h. die maximale Ausschöpfung des eigenen Situationspotentials und die ma­ximale Schwächung des Situationspotentials des (ideellen) Gegners, ist das eigentliche Meta-Thema der chinesischen Philosphie und ihm hat sich auch das Daodejing mit größter Raffinesse verschrieben. Im berühmten Schmet­terlings­traum des Zhuangzi ist die Fähigkeit, zwischen den Perspektiven zu wechseln, statt sich starr auf eine konstante Wahrnehmung festzulegen, par excellence enthalten:

Einst träumte Zhuang Zhou, daß er ein Schmetterling sei, ein flatternder Schmetterling, der sich wohl und glücklich fühlte und nichts wußte von Zhuang Zhou. Plötzlich wachte er auf: da war er wieder wirklich und wahrhaftig Zhuang Zhou. Nun weiß ich nicht, ob Zhuang Zhou geträumt hat, daß er ein Schmetterling sei, oder ob der Schmetterling geträumt hat, daß er Zhuang Zhou sei, obwohl doch zwischen Zhuang Zhou und dem Schmetterling sicher ein Unterschied ist. So ist es mit der Wandlung der Dinge.[4]

Ein Jurist könnte an dieser Stelle fragen: Welche Geschichte ist denn nun wahr? Welche kann ich als unwahr ausschließen? Doch der Witz besteht gerade darin, daß beide Versionen ihre Berechtigung haben. Den Weisen zeichnet gegenüber dem gewöhnlichen Menschen aus, daß er mehrere Sichtweisen gegen­über der Wirklichkeit einnehmen kann, ohne sich an eine fest zu klammern. Er wechselt zwischen den Perspektiven, wenn es die Situation erfordert oder an­bietet. Der Weise[5] fragt sich nicht, wie die Wirklichkeit tatsächlich be­schaffen sei, sondern: Wie kann ich sie noch sehen, um sie zu nutzen? Er küm­mert sich nicht darum, Wissen zu sammeln und anzuhäufen, sondern übt seine geistige Beweglichkeit, die mehr zu sehen vermag, als das, was offensichtlich ge­geben ist. Er vollzieht den Perspektivenwechsel mit der Leichtigkeit des Tran­ce-Zu­standes, der ihm zur Geschmeidigkeit des Geistes verhilft, so daß er zwi­schen Wahrnehmung und Imagination wechseln kann wie zwischen Tag­traum und wacher Beobachtung.

Es ist nun an uns, „die anderen drei Zipfel“ zu lüften – darum geht es in diesem Essay, der die „Studien zu Laozi · Daodejing“ abschließt. Es werden weder Antworten auf unsere heutigen Lebensfragen aus dem Daodejing heraus­gepickt noch wird das Daodejing mit uneinlösbaren Erwartungen kon­fron­tiert, wie sie mitunter zu hören sind, daß es sich nicht zur Frage der Men­schenrechte oder der Demokratie in China äußere. Die vertraute Lektüre des Neuen Te­staments möge dem europäischen Leser zeigen, daß seine religiösen An­schauungen ebenso wenig in Demokratie, Menschenrechten sowie Meinungs- und Glaubensfreiheit wurzeln.

Wie gelingt es dem Daodejing, Mehr­deutigkeiten im Text unterzubringen und gleichzeitig doch eine Deutungs­tendenz vorzugeben, die die Interpretation vor Beliebigkeit schützt? Dies ist das Hauptthema des Essays. Die Nicht-Fest­legung des Daodejing bleibt über­all dort erhalten, wo es um die Lebensführung des Weisen und um Empfehlungen an den Herrscher geht. Folgerichtig haben sich in der zwei­tausendjährigen Rezeptionsgeschichte des Daodejing immer wie­der diese beiden Deutungsstränge erhalten, die vereinfachend als gelehrter Daois­mus[6] einer­seits und spiritueller Daoismus[7] andererseits gekennzeichnet wer­­­den kön­nen. In der Literatur ist häufig auch von philosophischem und religiösem Daoismus die Rede – ich ziehe jedoch das Begriffspaar „gelehrt“ vs. „spi­rituell“ vor. Es ist weniger an westlichen Kategorien orientiert und knüpft enger an die chinesische Tradition an: einerseits das Philosophieren in Form gelehrter Kom­mentare, andererseits die Übung geistiger Beweglichkeit anstelle eines bloßen Glaubensbekenntnisses. Beide Interpretationslinien sind im Dao­de­­jing an­gelegt und wurden im Laufe seiner Rezeptions­ge­schichte viel­fäl­tig dif­fe­­ren­ziert. Sie recht­haberisch gegeneinander auszuspielen – das Dao­de­jing sei vordergründig ein politischer Text oder vordergründig ein spiritueller Text –, zeugt von einem ober­fläch­li­chen Verständnis.

Hier ist nicht der Ort, eine ausführliche Geschichte des Daoismus in all seinen Ausprägungen und Schulen wiederzugeben. Die Interpretation des Dao­de­­jing soll jedoch immer die Nicht-Festlegung, in wel­che der beiden Richtun­gen die Deutung zu erfolgen hat, im Auge behalten und untersuchen, in­wieweit die politischen, auf Herrschaftserhalt ausgerichteten Passagen durch einen esoterischen Inhalt verschleiert sind und umgekehrt in den politisch an­mu­tenden Passagen eine argumentative Rückzugsmöglichkeit ins Eso­te­ri­sche versteckt ist.



[1] Kalinke, Gottes Fleisch, 2 Bde.

[2] 2. Petr 2.8, Jak 4.4, Mt 7.1-2, Kol 3.25, Mt 12.30-32, Lk 19.22-28, Mt 21.1-9, Mk 11.1-10, Joh 12.12-16, Lk 14.26, Mk 10.29-30, Mt 10.28, Mt 10.34-36

[3] Jullien 2002, S. 66

[4] Zhuangzi II.12

[5] Dafür gibt es im Chinesischen mehrere Ausdrücke: 真人 (zhēn rén, wörtlich „wah­rer Mensch“), (shèng rén, etymologisch: zusammengesetzt aus Auge, Ohr und König), 君子 (jūn zi, Edelmann).

[6] (dàojiā)

[7] (dàojiào)



Inhaltsverzeichnis:

Die Qual mit dem Nichtstun: Versuch einer Einleitung            8

Ein Archivar am Hofe Zhou ...                            13

Was sich die alten Chinesen von Laozi erzählten         13

Der legendäre Laozi            13

Hat Zhuangzi die Begegnung Laozis mit Kongzi erfunden?            14

Legenden um die Entstehung des Daodejing            17

Wieviele Laozis hat es gegeben?            18

Das Daodejing im Kontext            20

Forschungen zur Einordnung des Daodejing  21

Autorschaft und die Situation des Sprechers            21

Neuere archäologische Funde            29

Spekulationen zur ursprünglichen Funktion des Textes            34

Versuch einer Chronologie der Entstehung des Daodejing            36

Grenzen des Deutungsspektrums des Daodejing                            39

Faszination und Fehldeutung                         39

Wie Hegel jesuitischen Missionaren auf den Leim ging            39

Übersetzung und Interpretation            42

Ontotextualität als Überlebenschance            46

Quellen der Mehrdeutigkeit im Daodejing            52

Syntaktische Analyse            54

Die hermeneutische Macht des Kommas            54

Satztransformationen und Wandlungsphasen            57

Begriffs-Bilder               63

Lexikalisches Spektrum            63

Wie wird das Zeichen 道(dào) interpretiert?            63

Deutungsstrategien der Übersetzer            66

Zur Epistemologie des Daodejing            68

Zur Epistemologie der Interpreten des Daodejing            69

Grundlagen zum Verständnis des Daodejing   71

Zeitumstände                         71

Das Goldene Zeitalter            71

Kosmische Ordnung            72

Streitende Reiche            76

Philosophische Verzweigungen                         81

Hundert Schulen            81

Mythologische Archetypen des chinesischen Denkens            84

Chinesische Weltentstehungsmythen            88

Zur Rezeptionswirksamkeit des Daodejing          91

Differenzen als Verständnisgrundlage                91

Wie man die Aufmerksamkeit des Herrschenden gewinnt            91

Eine Frage des Stils und der Methode            91

Was sich nicht sagen läßt            92

Festlegung in der Nicht-Festlegung            93

Die chinesische Rezeption des Daodejing         94

Wie eine Schrift heilig gesprochen wird            94

Die legalistische Linie            96

Die frühen Kommentare            98

Das Daodejing und die Einheit der drei Lehren            100

Was die Mönche aus dem Daoismus machten            104

Hierarchien im Himmelreich            112

Laozi für alle            113

Daoistische Realpolitik     116

Frieden und Gleichheit            116

Die Gelben Turbane            117

Die Rebellion der Himmelsmeister            119

Das Daodejing als Lektüre der Herrschenden            121

Handeln durch Nichthandeln als Leitdifferenz    126

Nichtstun als Herrschaftsdoktrin                    126

Die Perspektive des beteiligten Beobachters            126

Staatserhalt und Lebensgestaltung            128

Die Ableitung des Nichteingreifens (為無為) aus der Natürlichkeit (自然)            131

Weisheit und Wissen: Daoistische Didaktik            135

Systemische Autonomie und Hierarchie: Der Weise und das Volk            140

Konsequente Zurückhaltung            142

Humanismus, Anti-Humanismus und Archotopien            145

Rationaler Glaube – Religion ohne Gott      150

Ist das Daodejing noch aktuell?            150

Immanenz und Transzendenz            153

Die Überwindung des dichotomen und mythischen Denkens            156

Evolutionäre Dialektik und Emergenz            159

Wege, sich der Welt anzunähern            161

Mitlaufende Reflexion als Strategie            163

Selbstähnlichkeit im daoistischen Kosmos            165

Implizite Ethik            167

Die Notwendigkeit der Reform daoistischer Sexualpraktiken            174

Handlungs-Offenheit in der Krise                184

Panik und Erlösung            184

Statt Regeln: Regulation!            184

Grenzen des Nichthandelns in der heutigen Zeit            189

Globalisierung und Regionalisierung            190

Die Verhinderung von Atomkriegen            191

Ist Herrschaft beherrschbar? Wird das Leben überleben?            192

Ein letztes Mal zurück zur Archotopie            193

Literatur    195

Allgemein 195

Chinesische Sprache und Kultur             197


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