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Trickovic, Verica: Als rettete mich das Wort

ISBN:
978-3-86660-109-3
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Gedichte

Neunzehnhundertneunundneunzig. Auf der Flucht vor dem Kriegschaos im ehemaligen Jugoslawien und den Grausamkeiten der Nato-Bombardierung Serbiens kam Verica Trickovic mit zwei Kindern, drei Koffern und etwa dreißig Liebesgedichten nach Deutschland. Räumlich öffnete sich ihr die Welt, zugleich entzog sich ihr die Sprache. Die in diesem Band versammelten Gedichte sind Ausdruck des Versuchs, in der neuen Welt das Sprechen noch einmal zu lernen. In einer Sprache, in der auch die alten Bilder aufgehoben sind - die Bilder von Mohn- und Baumwollfeldern, Feigenbäumen und den kargen Landschaften des Mittelmeerraumes. Im Mittelpunkt aber steht der Mensch im steten Versuch seines Glücks. Die Gedichte sind teils Übersetzungen aus dem Serbischen, teils sind sie in deutscher Sprache entstanden.

Verica Tričković: geb. 1961 in Nerav (Makedonien), lebt in Isernhagen bei Hannover. Veröffentlichungen von Lyrik und Erzählungen in Literaturzeitschriften in Bosnien-Herzegowina, Deutschland, England, Kroatien, Makedonien, Montenegro, Österreich, Polen, der Schweiz und Serbien. Drei Gedichtbände, zuletzt „Als rettete mich das Wort“, Leipziger Literaturverlag, 2011

"Diese Entdeckungen und Ent-Hüllungen erfreuen durch Abwechslungsreichtum, durch die Standhaftigkeit des Staunens und den Glauben an eine Einvernehmlichkeit der Erlebnisse. Sie fördern die Hoffnung, dass Unmittelbarkeit und Erfindungslust sich gegen alle Gegenkräfte behaupten und zu einer möglichen lebenswerten Welt zurückführen. Erinnerungen an solche Weltzeiten, an die Orte einer stimulierenden Gemeinsamkeit sind die Kraftzentren der Lyrik von Verica Tričković." Horst Fassel

"Die Gedichte von Verica Tričković zeichnen sich aus durch eine dichte, enthaltsame Diktion, dem Schweigen nah. Da, an der Grenze des Sprechens und des Schweigens, des Lärms und der Stille, entsteht das Schwingen ihrer lyrischen Stimme." Stevan Tontić

 "n den Gedichten von Verica Tričković bröckelt der Horizont. Beglückt und zugleich verunsichert steht der Leser mit ihr in dem erweiterten Gesichtskreis. Die Bilder wirken jung, frisch, fast beschwingt, selbst wo sie bitter sind. Möge es ihnen glücken, auch aus unserem Horizont neue Sichtschneisen herauszubröckeln!" Sabine Fahl


Leseprobe:

Das Wort

Das still in mir wohnt
Das mich bewahrt

Beizeiten
Kommt die Kraft
Als rettete mich das Wort

Das verborgen
Mich Tag und Nacht beäugt
Zärtlich und rau
Vertraut und fremd



Gradovi

Kad zlatna vaga na zapadu prevagne,
kad proguta sebe zemlja

zajezde za njom
upaljenim fenjerima gradovi


Städte

Wenn sich die goldene Waage im Westen neigt,
wenn sich die Erde verschlingt

reiten ihr nach
mit brennenden Lichtern die Städte



Svetovi

Jutarnje vesti

Po zadnjem popisu
građana dr¸ave ima...

Koliko je građana sveta,
pitaš

Oštricom bodu reči,
prete da prominu nezapa¸eno

Odgovor se iznemogao guši
pod rukom a¸daje gluve



Welten

Die Frühnachrichten

Staatsbürger gibt es
laut letzter Zählung ...

Gibt es Weltbürger
fragst du

Mit Messerschneide stechen Worte
drohen unbemerkt zu entgleiten

Erschöpft die Antwort
unter tauber Drachenpranke erstickt





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