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Rosch, Jens: Goğan Daginn

ISBN:
978-3-86660-097-3
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Gedichte. Mit Radierungen von Mechthild Mansel

Im Innern der Berge drehen sich Erzadern
zu unwahrscheinlichen Sonnen, die ihre Bestimmung
erst nach Öffnung des Raumes erfahren werden.

Ich wollte immer auffliegen wie ein Vogel aus der Schlucht; nun lebe ich außen im Kristall. Aber nun geben Sie mir bitte den Weg frei, ich schwinge wieder - ich war so müde - auf Flügeln geht dieser Gang - mit meinem blauen Anemonenschwert - in Mittagsturz des Lichts - in Trümmern des Südens - in zerfallendem Gewölk - Zerstäubungen der Stirne - Entschweifungen der Schläfe. (Rosch : Featuring : Benn : Gehirne : Auszüge)

Jens Rosch: geb. 1967, studierte Russistik, Mathematik und Erziehungswissenschaften, Lehrauftrag an der Universität Frankfurt a. M., lebt in Berlin und Frankfurt a. M.

"Es sind die feinen Beobachtungen und Bilder, die den Gedichten von Jens Rosch stilistisch wie gedanklich ein ganz eigenes Leuchten verleihen." Stefan Meetschen

Leseprobe:

Letzte Nacht in Bockenheim
 

Das Rauschen der Adalbertstraße in der

                Ferne & ein Geräusch wie auf See

Als ob bei  Doktor Flotte  der Fliegende

                Holländer angelegt hätte auf der

Suche nach den sterblichen Überresten

Seines Geliebten: Aufgemerkt!

Morgen zieht der Windjammer ab durchs

                Tal diesseits des Feldbergs – die

Noch nicht zu Staub zerfallenen Steine

                auf  den Feldern der Wetterau

Werden zu rumpeln anheben wie drei-

                unddreißig Gefangenentransporte

Auf dem Weg ins ewige Eis, die Fische

                Fische im sommerlichen Strom der

Nidda aber werden sich des Winters er-

                innern, da die spröde Schicht auf

Den Einsamkeiten dieser Welt zu bersten

                begann & das Gewissen seinen Atem

Fand:  Aufgewacht! Diese Nacht ist das Ende –  

 

Beschriftung eines Grabsteins
 

Vor den ersten Sachen die letzten Dinge

Vor dem letzten Lachen – ein Paar Ringe

Zwischen den Wellen nur eine handbreit

Zwischen den Zähnen nur noch weltweit


Mandelstam empfängt Nooteboom in seiner Küche in Moskau

 

1

Willkommen, Freund, willkommen. Leg ab & setz

dich.  Meine Frau, die liebe, und ich müssen

 

fort, heute noch fort: Moskau, dieser Moloch,

hat nun Köpfe aus Zeitungspapier – kein

 

Siegfried, kein Rumi aus Konya kommt mehr

hierher sie abzuschlagen. Freund, leg ab –

 

setz dich. Ich, oder wer, wer sonst, ungläubiger

Pilger auf allen Wegen von Bethlehem nach

 

Nirgendwo, las deine Annonce im

Zukunftsanzeiger: Paris, auch so ein Kropf

 

im Verborgenen – setz dich, Freund, leg ab –

das Noumenon schimmelt – wir müssen reden.

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Homepage zu diesem Autor.
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