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Laozi: Daodejing - Gesamttext und Materialien - eBook

ISBN:
978-3-86660-286-1 eBook
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durchgängig überarbeitete und erweiterte Neuausgabe von Viktor Kalinke
700 Seiten
Mit Kalligraphien von Thomas Baumhekel

eBook im zitierfähigen PDF-Format


Das Daodejing entstand in einer politischen Wendezeit. Während sich die autoritären Lehren des Konfuzius als Staatsideologie durchsetzten, deren Kenntnis von den Beamten gefordert wurde, war das Daodejing dank seiner vieldeutigen Metaphorik und subversiv-kritischen Aussagen der heimliche Klassiker der gelehrten Beamten. Das Faszinierende des Daodejing besteht in einer einzigartig anmutenden Bündelung kosmischer, seelischer und gesellschaftlicher Zusammenhänge, die mit Recht als unio mystica bezeichnet werden kann.

Die Gesamtausgabe enthält folgende Teile:

Teil 1: Altchinesischer Originaltext, Pinyin-Lautumschrift und deutsche Übersetzung

Teil 2:
Sprachkritische Anmerkungen

Teil 3: Systemtheoretische Kommentare

Teil 4: Nichtstun als Handlungsmaxime (Essay zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte des Buches Laozi)

Teil 5: Zeichenlexikon und Konkordanz


Inwieweit folgt die moderne Reflexion der Folgen sozialen und politischen Handelns archaischen Mustern? Was können wir aus einer 2300 Jahre alten Schrift lernen über die Durchsetzung globaler Wirtschaftsmechanismen und eine Welt, die sich komplexen Zusammenhängen öffnet? Gibt das berühmte Daodejing des Laozi tatsächlich Antworten auf unsere heutigen Fragen oder sind es vielmehr wir selbst, die, verführt von den Übersetzern, unsere eigenen Antworten in das Buch hineinprojizieren? Auf scheinbar mystische Weise wohnt dem Daodejing die Fähigkeit inne, uns die Antworten zu entlocken, die wir benötigen. Den altchinesischen Philosophen zeichnet aus, daß er mehrere Sichtweisen gegenüber der Wirklichkeit einzunehmen vermag, ohne sich an eine fest zu klammern. Er wechselt zwischen den Perspektiven, wenn es die Situation erfordert oder anbietet. 

Laozi
(Schreibweisen: Lao tse, Lao-tse, Lao tzu, Laudse, wörtlich „Alter Mei­ster“, Ruf­name Lao Dan, Geburtsname Li Er): legen­därer chinesischer Philosoph und könig­licher Schrift­hüter, gilt traditionell als ein älterer Zeitgenosse des Kongzi, im Westen be­kannt als Konfuzius (551 – 479). Die Bio­­graphie des Laozi, in der der spätere Hof­historiker Sima Qian (145 – 90) ver­schie­­dene Be­gegnungen zwis­chen Laozi und Kongzi schil­derte, wirkt nach neueren Re­cher­chen weitgehend glaub­­haft. Das Buch Laozi wurde ver­mut­lich am Ende des 4. Jahr­­hun­derts v.u.Z. in der Jixia-Aka­demie zu­sam­men­ge­stellt, geht aber auf ältere, münd­­lich überlieferte oder bislang unbekannte Quel­len zurück, die nach stili­sti­schen Analysen zumindest zum Teil etwa aus dem 5. und 6. Jahr­­hun­dert v.u.Z. stammen. Der Titel Daodejing wurde der Schrift vom Han-Kaiser Jing­di (188-140 v.u.Z.) verliehen. Die Ka­no­­nisierung des Textes in 81 Kapitel fin­det sich erst in späteren Kom­men­ta­ren.

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Laozi - was ist neu? (pdf zum freien Herunterladen)

Viktor Kalinke: geb. in Jena, Studium der Psychologie und Mathematik in Dresden, Leipzig und Beijing, Kreativitäts-Preis der Hans-Sauer-Stiftung, Mitbegründer der Edition + Galerie Erata, Promotion, Professur, lebt in Leipzig.

"Es ist eine große Arbeit, die Sie geleistet haben. Ihr Fleiß und Ihre Beharrlichkeit verdienen besondere Anerkennung. Der Nutzen Ihrer Publikation steht außer Frage. Ich wünsche den Bänden, daß sie gut angenommen werden." Prof. Dr. Ralf Moritz (Universität Leipzig, Ostasiatisches Institut)

"Mit großem Interesse studiere ich Ihre Ausgabe vom Daodejing, die interessanteste Ausgabe, die mir bis jetzt begegnet ist." Ulrich Hasler (Trogen, Schweiz)

"Ein herrliches Buch, wenn man sich mit dem dao de jing vertieft auseinandersetzen will. Die einzelnen Kapitel werden im Orginal und in einer deutschen Übersetzung dargestellt - mit dem Zeichenlexikon kann das bedeutungsspektrum der einzelnen chinesischen zeichen erschließen." (Taoismus-Board)

"Ich danke Ihnen sehr für die beiden so hervorragenden Bände zu Laozi. Ich habe darin bereits etwas lesen können, bin begeistert, v.a. aufgrund der Authetizität des Wiedergegebenen. Nach meinen bescheideneren Kenntnissen in Bezug auf Laozi vermute ich, dass Sie der Erste sind, der den alten Chinesen für den deutschen Leser so gründlich aufgearbeitet hat." (Peter Gehrisch, Dresden)

"Hochachtung! Profund, ergiebig, einer der wenigen echten Beiträge, die weiterführen!" (Dr. Hilmar Klaus, Aachen)


"Neben der deutschen Übersetzung werden auch die chinesischen Schriftzeichen des verwendeten Originaltextes wiedergegeben, was diese Ausgabe zur Ausnahme unter den deutschen Übersetzungen macht. Im zweiten Band geht der Verfasser detailliert auf die Bedeutung einzelner chinesischer Schriftzeichen ein. Auch dies wird von anderen deutschen Ausgaben nicht geboten und bietet besonders demjenigen neue Möglichkeit, der sich über das normale Maß hinaus mit dem Text auseinandersetzen will." (Matthias Claus, Das klassische China, Weinheim) 

"Nun erschien der dritte und abschließende Band von Viktor Kalinke Nichtstun als Handlungsmaxime mit sehr detaillierten und nuancierten Ausführungen zum Inhalt und Wesen des Daodejings. Eine aus meiner Sicht sehr umfassende und gelungene Zusammenfassung zum aktuellen Forschungsstand sowie eine ausgesprochen einfühlsame und beeindruckende Darlegung der Weltsicht vor dem philosophisch-menschlichen Hintergrund des Daodejing. Ein Buch, das man gelesen haben sollte!" Matthias Claus, Das klassische China

"Sehr ausführlich und sehr lebendig." Ralf Julke, L-IZ
Nichtstun als Handlungsmaxime: Viktor Kalinke und die Faszination des Daodejing - Rezension von Ralf Julke
 
www.l-iz.de/Bildung/Bücher/2011/07/Die-Faszination-des-Daodejing.html

Aus dem Vorwort der Neuausgabe:

In der vorliegenden Ausgabe wurde die Wiedergabe des chinesischen Textes um die Pinyin-Transkription der Zeichen in hellgrauer Druckfarbe ergänzt: Auf diese Weise kann den Schriftzeichen bequem die heutige Aussprache zugeordnet werden – sie stimmt in den meisten Fällen nicht mit der altchinesischen Aussprache überein. Die Frage, inwieweit Reime für den Stil des Buches Laozi eine Rolle spielen, wird im Essay untersucht. In der Transkription sind Stellen, an denen Reime vermutet werden können, dunkelgrau hervorgehoben. Praktischerweise erleichtert die Lautumschrift das Auffinden des Zeichens im Glossar, das alphabetisch geordnet ist. 

Die Übersetzung wurde im Vergleich zur Taschenbuchausgabe aus dem Jahr 2000 an vielen Stellen flüssiger formuliert, indem die im Text enthaltene Mehrdeutigkeit nicht durch Schrägstriche, sondern durch Aufzählungen in die deutsche Fassung integriert wurde. Lexikalisch hat die Lektüre des Zhuangzi, die mich in den Zwischenjahren beschäftigt hat, auch auf meine heutige Lesart des Laozi zurückgestrahlt: Beispielsweise spreche ich nun auch hier eher von „den zahllosen Lebewesen“ als von „den zahllosen Dingen“ – da auch im Laozi eher biologische als physikalische Metaphern angesprochen werden. Anstelle durchweg „Wirkkraft / Tugend“ als Doppelbegriff einzusetzen, habe ich nun im Abhängigkeit vom Kontext entschieden, welche Facette gemeint ist.

Im Essayteil wurde der Abschnitt zur Person des Laozi und zur Entstehung des Textes Laozi vollständig überarbeitet und um Erkenntnisse aus der neueren Forschung ergänzt. Gewürdigt werden insbesondere die neueren stilistischen Analysen Liu Xiaogan’s, die eine zeitliche Einordnung des Textes erlauben, und die überaus wertvollen, textkritischen Anmerkungen Chen Guying’s, auf die ich bei der Durchsicht des Manuskripts gern und oft zurückgegriffen habe. Außerdem hat die vergleichende Betrachtung der verschiedenen Stellen in den Historischen Aufzeichnungen von Sima Qian, die von Begegnungen zwischen Kongzi und Laozi berichten, zu einer Neubewertung der Biographie des Laozi beigetragen. Ergänzt wurde schließlich die Beschreibung der antiken Textquellen. Vor allem habe ich die Guodian-Fragmente in den sprachkritischen Anmerkungen durchweg berücksichtigt. Die Forschungen zum Laozi reißen nicht ab und sind für den Einzelnen kaum noch überschaubar. Die kürzlich von Xiong Tieji herausgegebene Sammlung der Laozi-Editionen und Kommentare umfaßt 15 Bände. Die Darstellung in diesem Band beschränkt sich auf die wesentlichen Erkenntnisse. Wer mit Laozi und seiner Zeit noch wenig vertraut ist, für den lohnt es sich, die Lektüre des einführenden Essays Nichtstun als Handlungsmaxime vorzuziehen, dieses Buch also auf chinesische Weise von hinten nach vorn zu durchstöbern.

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Homepage zu diesem Autor.
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