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Klemm, Torsten: Konflikthafte soziale Aspekte im Sexualverhalten (KV-SAS) - Handbuch als eBook

ISBN:
978-3-86660-175-8 Handbuch
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Testhandbuch zum Verfahren "Konflikthafte soziale Aspekte des Sexualverhaltens" (KV-SAS)

Der Fokus des KV-SAS liegt auf emotionalen, kognitiven und sozialen Aspekten, die dem Sexualverhalten voraus­gehen und es begleiten. Der KV-SAS kann sowohl als Verfahren zur Selbst­beurteilung durch die Klienten als auch zur Fremd­einschätzung durch Gutachter, Therapeuten oder Angehörige durchgeführt werden. Der KV-SAS erweist sich als ein reliables, trennscharfes und valides Verfahren mit prog­nostischer Aussagekraft. Er kann zur Entwicklung therapeutischer Strategien, zur Erstellung von Prognosen und zur Evaluation von Behandlungsmaßnahmen im Längsschnitt­vergleich, insbesondere von Sexualstraftätern im Rahmen der Begutachtung, der Bewährungshilfe, des Justiz- und des Maßregelvollzuges eingesetzt werden. Der KV-SAS trägt zur Einschätzung der Rückfallgefahr bei und bietet eine erkenntnisreiche Ergänzung aktuarischer Prognoseschätzungen.

Inhalt

Die vom KV-SAS erfragten Aspekte korrespondieren in einem breiten Spektrum funktional mit den sexuellen Handlungen einer Person. Dazu gehören Phantasie­tätig­keit, Kommuni­kation, Selbstkontrolle, Annäherungsverhalten, Vorlieben, Erfüllungserleben, Schamgefühle und Traumatisierung. Die Item­formulierungen wurden so gewählt, daß Veränderungen im Verlauf der Entwicklung oder der Therapie gemessen werden können. Um die Beantwortung von Prog­nosefragestellungen zu erleichtern, wird der KV-SAS parallel für die Vergangenheit und und für die Gegenwart erhoben. Damit wird zudem die Hemmschwelle für die Diagnostik von soziosexuellen Auffälligkeiten, die zur Anlaßproblematik geführt haben, gesenkt und die Entwicklung des Probanden sichtbar gemacht. Der Fragebogen zeichnet sich dadurch aus, dass er biploar sowohl Defizite als auch Ressourcen erfasst. Dadurch wird eine ausgewogene Statusdiagnose und Veränderungsmessung möglich und vereinfacht intutiv die Interpretation (negative Testwerte deuten auf Defizite, positive auf Ressourcen hin). Die Berechnung von ipsativen Stärken-Schwächen-Werten erlaubt individuelle Einschätzungen unabhängig von Normstichproben. Die Auswertung des Fragebogens kann mit Hilfe des Computer-Programms THERAPLAN vereinfacht und in die praktische Arbeit zur Prognose- oder Therapieplanerstellung integriert werden. Berechnet werden können u.a. Ressourcen-Defizite-Quotienten, Situations-Belastungswerte, Stärken-Schwächen-Werte sowie Komorbiditäten.

Zuverlässigkeit

Die interne Konsistenz (Cronbachs Alpha) liegt um .85 für die Gesamtstichprobe. Die Retest-Reliabilitäten der einzelnen Skalen schwanken zwischen .64 und .78. Trennschärfen, Itemschwierigkeiten, Skalenhomogenität und Faktorenstruktur wurden geprüft.

Gültigkeit

Die Validierung des Fragebogens erfolgte an Stichproben von Sexualstraftätern und Studierenden (N=315, davon 244 Sexualstraftäter). Die Zuordnung der Items zu Ressourcen und Defiziten konnte durch signifikant positive Korrelationen mit zahlreichen Außenkriterien sowie mit konstruktähnlichen Skalen anderer Fragebögen bestätigt werden. Darüber hinaus wurde der Zusammenhang zu soziologisch-kriminologischen Kriterien und die Korrelationen mit Tests wie dem MSI und mit einschlägigen Verfahren zur Legalprognose wie dem Static-99 und dem LSI-R untersucht. Die Validierungsstudien zum KV-SAS zeigen, daß der Vollzug sexueller Übergriffe mit einer meßbaren Fo­kus­sie­rung einhergeht. Sie zeichnet sich zum einen durch eine spezifische innere Haltung aus, die sexuelle Grenz­verletzungen legitimiert. Zum anderen ist sie mit einer mangelhaften Kommunikation sexueller Probleme sowie einem Mangel an Selbstkontrolle verknüpft. Die Anwendung des KV-SAS kann dazu beitragen, die psychologische Dynamik zu beurteilen, die insbesondere bei Sexualstraftätern zu Rückfalltaten oder Crossover-Delikten (von handsoff- zu handson-Delikten) führen kann.

Normen

Es liegen T-Werte differenziert nach Geschlecht und Delinquenzbelastung sowie Befragung im stationären bzw. ambulanten Setting vor. Insbesondere ist auch der Vergleich mit nichtdelinquenten Stichproben möglich. Außerdem können Veränderungsnormen für die einzelfallstatistische Beurteilung von Therapieeffekten genutzt werden.

Die Bearbeitungszeit für den KV-SAS beträgt ca. 20 Minuten.

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Homepage zu diesem Autor.
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