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Gehrisch, Eleonora: Die lykischen Inschriften im Spiegel ihrer Sprache

ISBN:
978-3-86660-232-8
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Tituli Lyciae conscripti ex de centum annīs

218 S.

In diesem Buch versammelt und präsentiert Eleonora Gehrisch die ungefähr 200 Inschriften, die bisher in lykischer Sprache ediert wurden, und interpretiert sie neu in ihren vorrangig sprachwissenschaftlich orientierten Kommentaren.

Die lykische Sprache wurde vor ca. zweieinhalb Jahrtausenden in dem am Mittelmeer liegenden kleinen Fürstentum Lykien gesprochen. Anfängl­ich unterstand das lykische Land der persischen Großmacht, später wurde es hellenisiert. In dieser Zeit, ca. dreihundert Jahre später, verschwand das lykische Element nach und nach. Die überwiegend aus Grabinschriften bestehende Mehrheit der lykischen Inschriften stammt aus der Perserzeit. Darüber hinaus sind Weih­inschriften bzw. Inschriften mit historischen Angaben bezeugt. Erst 1936 konnte nachgewiesen werden, daß es sich um eine indo­germanische Sprache handelte. In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts gelang französischen Forschern ein wichtiger Fund: Die im Heiligtum der Göttin Leto in Xanthos gefundene dreisprachige Inschrift beinhaltet neben dem lykischen Originaltext eine Version in griechischer Sprache und eine kürzere aramäische Fassung. Die Trilingue war maßgeblich für die Bestimmung zahlreicher lykischer Wortbedeutungen.

Eleonora Gehrisch: Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Sprachwissenschaft mit dem Schwerpunkt altanatolische Sprachen / Hethitisch an der TU Dresden, Dissertation zur lykischen Sprache, Feldforschungen auf dem Gebiet Lykiens in der Türkei, Publikationen in Fachzeitschriften und Sam­melbänden, lebt als Übersetzerin und Lehrerin für Deutsch, Spanisch und Polnisch in Dresden.   

Leseprobe:

Aus der Einleitung

Die frühe Tradierung in griechischen Texten

Die lykische Sprache wurde vor ca. zweieinhalb Jahrtausenden in dem am Mittelmeer liegenden kleinen Fürstentum Lykien gesprochen. Anfänglich unterstand das lykische Land der persischen Großmacht, später wurde es hellenisiert. In dieser Zeit, ca. dreihundert Jahre später, verschwand das lykische Element nach und nach. Die felsige Landschaft der Halbinsel Lykien mit den sich an die Vorgebirgshänge anschmiegenden kleinen Fischerdörfern und die schon in der Antike ausgebauten Mittelmeerhäfen, die einen Zugang zum Taurus-Gebirge gewährten, ermöglichten trotzdem die Produktion von Olivenöl. Die ausgebauten Wege führten weiter ins Binnenland. Aus den grie­chi­schen literarischen Quellen geht hervor, daß das sagenreiche Lykien anfänglich von Sarpedon und Glaukos regiert wurde, Anführer eines Heereskontingents im Trojanischen Krieg. Es ist die Heimat einer Reihe mythologischer Figuren, des feuerspeienden Ungeheuers Chimaera und Schauplatz vieler von Bellorophon angeführten Kämpfe oder der Göttin Leto, die in den Metamorphosen Ovids auftaucht. Nach der Legende kamen die Termilen in das Land aus Kreta, das später besiedelt werden sollte. Um die lykische Geschichte rekonstruieren zu können, müssen diese Informationen durch  Fremdquellen angereichert werden, sie beziehen sich v.a. nach Herodot 1,176 auf die Zeit vor der persischen Eroberung c. 540 v.Chr. In erster Linie zählten dazu die historische Überlieferung über die Beteiligung Lykiens am Trojanischen Krieg und die sagenumwobene Herkunft der Termilen. Der Name des Gebiets – und damit der seiner Bewohner und Sprache – erklärt sich aus einer mythischen Begebenheit. Ovid beschreibt in seinen Meta­morphosen, wie der Göttin Leto auf dem Weg Wölfe begegneten, die ihr die Strecke nach Xanthos wiesen, und benannte das Land nach ihnen Lykia.

Im Buch 6 der Ilias wird beschrieben, wie Glaukos eine detaillierte Beschreibung oder Auf­zählung der Ereignisse und Siegeszüge seines Großvaters Bellorophon wiedergibt. So kam Bellorophon aus Ephyros in Argos, das damals von Proitos regiert wurde. Die Ehefrau von Proitos, nach Homer Anteia oder auch anders Stheneboa genannt, geriet in Liebe zu Bellorophon; vgl. andere Quellen, z.B. Apollodoros, bib. 2.2.1 und Pindar 01.13.85. Und auch Euripides schrieb eine Tragödie, die sich auf der Legende der Stheneboea aufbaute. Eines Tages schickte Proitos Belloro­phon mit einem Schreiben zu dem lykischen König Iobates oder Amphianax, der Adoptivvater von Proitos war. Unbekannt war Bellorophon, daß der Brief Anweisungen für seine Hinrichtung enthielt.

Nachdem der lykische König den Inhalt gelesen hatte, konnte er sich anscheinend nicht über­winden, seinen Gast derart willkommen zu heißen, und so schlug er vor, diesen im Kampf gegen drei Feinde des Landes einzusetzen – die Chimaera, die Solymier und die Amazonen – in der Annahme, daß er dann in einem von diesen Unternehmungen getötet werden würde. Das Vorhaben scheiterte. Mit Hilfe seines geflügelten Pferdes Pegasos konnte Bellorophon alle Abenteuer und sogar die lykischen Kämpfer, die geschickt wurden, um ihn zu töten, besiegen. Am Ende gab ihm der König als Belohnung für seine Heldentaten die Hand seiner Tochter und zusammen mit ihr die Hälfte des Königreiches.

Bellorophons Siege über mythische Ungeheuer, die in der griechischen Kunst und Literatur oft abgebildet wurden, beschreiben die Konzeption der todbringenden Wesen,  und sicher hat auch das Motiv des geflügelten Pferdes seinen Ursprung im Nahen Osten – in der assyrischen und he­thi­tischen Kunst. Die feuerspeiende Chimäre sollte Erklärung eines Naturphänomens sein, das in Ostlykien als yanar bekannt war und das heute noch auf dem in historischen Quellen genannten Berg Chimaera, einige Kilometer nordwestlich von Olympos, zu sehen ist. Nicht sicher ist jedoch, ob yanar tatsächlich der Ursprung für die Mythen um das Ungeheuer, auf das Bellorophon traf, war. Der Name Chimaera war nur sekundär mit yanar assoziiert worden. Man kann sogar davon aus­gehen, dass die Überlieferung des Chimären-Stoffes ihren Ursprung anderswo hatte und erst später nach Lykien transportiert wurde.

Der ägyptische Pharao Ramses III erwähnt in einem Schreiben die Verwüstung, die in den ersten Jahrzehnten des 12. Jahrhunderts v.Chr. von den Seevölkern angerichtet wurde. Ende der Späten Bronzezeit war der Nahe Osten gekennzeichnet von sintflutartigen Umwälzungen: Viele alte Machtzentren brachen zusammen, bestehende Siedlungsmodelle wurden aufgegeben. Über die ethnischen Beziehungen zwischen Lykiern und Kariern zum Nordwesten und Pamphylien zum Nordosten, im ersten Millenium v.Chr. ist nicht viel bekannt.

 

 

Zur jüngeren Geschichte Lykiens

 

Nach Herodots Überlieferungen waren Kilikien und Lykien die beiden einzigen Länder, die von König Kroisos in seinen Feldzügen westlich des Flusses Halys im 6. Jahrhundert nicht unterworfen worden waren. Aus anderen Quellen ist uns wenig bekannt. Auf jeden Fall unterlag Lykien keinem fremden Einfluss bzw. keiner Kontrolle bis zur persischen Zeit, eigentlich bis zum Feldzug des persischen Feldherren Harpagos c. 540 v.Chr. Nach Erlangen der Befehlsgewalt an der Küste der Ionischen Griechen und Karier, konnte er nach Lykien vorrücken, wo er auf der nördlich liegenden Ebene der späteren Hauptstadt des Lykierreiches Xanthos eine kleine lykische Armee besiegte. Die Lykier mussten sich daraufhin in die Stadt zurückziehen, die dann unter der Belagerung von Harpagos stand. Nach Herodots Schilderungen war der Ausgang der Belagerungen der Massensuizid von achtzig Familien, die sich in die Schlucht des Xanthos-Tals stürzten. Die Zerstörung war vollkommen und damit ausreichend für die Etablierung der persischen Vorherrschaft im Land.

Seitdem war die Bezeichnung für die Xanthier und Lykier austauschbar. Xanthos erobert zu haben, hieß gleichzeitig Lykien zu erobern. Politisch war Lykien westlich und östlich des Xanthos-Tals anzusiedeln. Diese Zeit in der lykischen Geschichte konnte scheinbar noch als Unterscheidung in ein politisches und in ein ethno-kulturelles Lykien mit regionalen Unterschieden gesehen werden.

Beides impliziert die Idee einer kulturellen Kohärenz, weniger jedoch oder noch gar nicht den Sinn einer allgegenwärtigen gemeinsamen politischen Identität. Diese Tatsache berücksichtigend kann die Situation verglichen werden mit den societates und den Formen des Zusammenlebens des bronzezeitlichen LUKKA Anatoliens.

Und es war der persische Impuls, der den ersten Ansporn für die politischen und admi­nistrativen Entwicklungen Lykiens während des 5. und 4. Jahrhunderts gab. Das Netzwerk der dynastischen Allianzen, das durch das Kielwasser oder Anhängsel der persischen Eroberungspolitik entstanden ist, konnte das lykische Staatsgebilde den Anschein einer relativ kohärenten politischen Struktur im Weiteren geben. Die engen Beziehungen zu Lykien in den frühen Jahrzehnten des 5. Jahrhunderts spiegeln sich wider in dem lykischen Tribut von 50 Schiffen an die Armada von Xerxes. Nach anderen Angaben sollte das lykische Kontingent weitaus weniger, und zwar 40 Schiffe betragen, was dennoch ein umfangreicher Beitrag des kleinen Fürstentums gegenüber den bescheidenen Ressourcen Lykiens war.

Die genaue Bestimmung und Deutung der Darstellung auf dem Harpyien-Relief, das die Pfeilerstele oberhalb ziert, ist nicht sicher, und eine ausreichende Erklärung steht noch aus. Auf dem Relief ist eine kleine Figur abgebildet, die einen Hahn in der Gegenwart eines Sitzenden opfert. Der Grabbesitzer ist unbekannt, vielleicht war der Stifter ein Dynast aus der frühen Zeit des lykischen Reiches. Die Motive verraten einen bis jetzt unbekannten Einfluss eines persischen Totenkultes. Das Pfeiler-Grab der Harpyien, das sich gleich nördlich der Xanthischen Akropolis befindet, geht vermutlich der Ankunft des athenischen Feldherrn Κιμών voran. Nach Diodoros sicherte Κιμών das Gebiet aus Überzeugung, dadurch war für kurze Zeit die Allianz mit Persien gestört.

Es liegt auf der Hand, dass Lykiens Assoziation mit Athen halbherzig war, und es ist sehr zu vermuten, dass alle Verbindungen spätestens durch den Beginn des Peloponnesischen Krieges abgebrochen wurden. Die Ereignisse zählen in der Stelen-Inschrift von Xanthos die Beteiligung Lykiens am Dekeleischen Krieg auf. Nicht sicher ist, ob sich Lykien gleich nach dem Bruch mit Athen, an die Persische Allianz gewandt hatte. Dagegen ist anzunehmen, dass die Xanthische Dynastie zu Gehorsam verpflichtet war, oder tatsächlich suchte sie politischen Anschluss mit Persien in den letzten Dekaden des 5. Jahrhunderts, ein Entschluss, der von den führenden Satrapen gefasst wurde, deren Köpfe auf den Geldmünzen des Dynasten Kherei abgebildet waren. Darüberhinaus gibt die Steleninschrift von Xanthos eindeutig den Wiederbeginn der Lykisch-Persischen Allianz während der letzten Jahrzehnte an. Topographische Erwägungen lassen erkennen, dass der Dynast oder Fürst Erbbina seine Feldzüge gegen die rebellischen Städte von Tlos inszenierte, wogegen der französische Forscher Bousquet die Region Kaunos als Ausgangspunkt seiner Aktionen ansah.

Wahrscheinlich hatte Erbbina in Tlos einen Verwaltungsbeamten eingesetzt, aber trotz seiner Erfolge schien sein Einflussbereich eingeschränkter gewesen zu sein als der seiner Vorgänger in Xanthos. Allein der Votivcharakter der Inschriften, die er im Letoon installierte, verraten, dass er zumindest auch die Amtsgewalt bis östlich des Xanthostals ausübte, wenn nicht sogar noch weiter im Hinterland.

Die Karriere des ostlykischen Dynasten Perikles nahm nach der wiedererlangten Kontrolle Persiens über das Gebiet, nach dem Satrapenaufstand, der auch Ostlykien betraf, ein plötzliches Ende. Nach dem Scheitern der Revolte fiel Lykien unter die erneute persische Oberherrschaft, jedoch diesmal unter die unmittelbare Autoritätsgewalt der Karischen Satrapen in der Dynastie der Hekatomniden. In den neuen Anordnungen für Lykien wurde das System der Lokaldynasten und regionalen Verwaltungsbeamten aufgegeben, und das Land wurde unter die Autorität einer Zivilverwaltung gestellt, die von einem asahlaza und zwei von Xanthos aus regierenden Archontes geführt wurde. Scheinbar war nun die Kontrolle oder Herrschaft der Satrapen über das Land nicht nur erstarkt, sondern sogar noch gezielter als in der Vergangenheit ausgeführt. Die lykische, griechische und aramäische Trilingue, die diese Information zurückhält – zu datieren ist sie in das Jahr 358 oder 337/36 v.Chr. – scheint zu beweisen, dass sich die persische Kontrolle über Lykien noch einmal verschärft hatte, vor allem in Hinblick auf die Dynastie der Hekatomniden, was aus der Beteiligung Lykiens an der Satrapischen Rebellion zu erklären wäre. So sah Lykien um 334/33 v.Chr. in der Zeit der Eroberungsfeldzüge Alexanders des Großen aus.

Aus den Inschriften

 Lyc. 1  

Telmessos

Grabinschrift

 

1       ebẽñnẽ χupã me ne prñna(wa)tẽ

2       χudali zuhrijah

3       tideimi⟨<h>⟩

4       χezrimeh

5       prñnezijehi

 

„Dieses Grab, nun es hat Χudali, der Abkömmling des Zuhrija ist und zur Hausgemeinschaft des Χezrime gehört, erbaut.“

 

Lyc. 2  

Telmessos

Grabinschrift

 

1         prn]ebu[t]u

2         uhakẽe: murazahe: tideimi

3         miñti: ada || -

 

„Uhakẽe hat es erbaut, Abkömmling des Muraza, der Grabbehörde sind 2½ Ada.“

 

Kommentar:

Z 1: prnubutu:  Graphische Variante zu prñnawatẽ oder anderen sonst zu erwartenden Varianten, vgl. Glyk, 283. C. Melchert liest mit D. Schürr, Kadmos 40, p. 128f. rutebuzu, vgl. http://linguistics.ucla. edu/people/Melchert/webpage/lyciancorpus.pdf. Stand: 23.08.2017, text 2, p.1.

Liegt eine graphische Variante vor, dürfte es sich um eine singuläre Erscheinung handeln. Mög­licherweise steht die Aussprache des Lexems unter dem Einfluß einer Nachbarsprache, im Westen Lykiens wäre das Karische möglich. Wenn eine Lautentwicklung vorläge, dann wäre vielleicht mit -awa->ubu- zu rechnen. Diese Erscheinung würde auch die Endung der 3.Sg.Prät. betreffen, bei der ein häufigeres -tẽ durch ein jüngeres -tu vertreten wäre. Da das Lexem aber völlig vereinzelt dasteht, kann hier noch nicht von einer Lautentwicklung gesprochen werden. Ungewöhnlich wäre hier eine Imperativendung 3.Sg.Präs. -tu anzunehmen, da in der Position meistens der Indikativ steht. Es scheinen sich beide Silben lautlich zu beeinflussen, vgl. MERIGGI, p.83, Par. 27.


Lyc. 3  

Telmessos

Grabinschrift

 

1         ebẽñnẽ: χupã: m=ẽ=ti prñnawatẽ: te-

2         winezẽi: [s]ppñtazah asawãzala-

3         h] tideimi: hrppi: ladi: se=tide[ime

4         m]iñti adaijẽ |||-

 

„Dieses Grabgebäude, nun es hat Tewinezẽi, Abkömmling des Sppñtaza und Sohn des Asawãzala, errichtet – für Frau und Kind. Der Grabbehörde sind 3½ Ada.“

 

Lyc. 4  

Telmessos

Grabinschrift

 

1        ebẽñn prñnawã m=e=ti

2        prñnawatẽ  teleχuzi hrpi

3        ladi ehb se=tideimi se=(e)d(e)=i

4        ñta=tadẽ tesi miñti: alad-

5        adẽ  |||               {eh[a]li

 

„Dieses Gebäude, nun es hat Teleχuzi für seine Frau und Kinder erbaut. Und die Mindis legte nun für die Bestattung die eidliche Verpflichtung von 3 Ada auf.“

 

Kommentar:

Z 3/4: se=di ñta tadẽ tesi miñti: „Und die Mindis legte nun die eidliche Verpflichtung auf“, vgl. Glyk, 351. Das Verständnis der häufigen Grabformel ist im Wesentlichen durch BRYCE, Anat. Stud. 26, 1976, 187ff. erschlossen worden, vgl. ebd.

MELCHERT, DLL, 12, 27 segmentiert sedi in s(e)=ed(e)=i „und es hinein“, d.h. es würden Konjunk­tion se, ein Dem.Pron. -ede (?) „it, them“, Nom./Akk.Sg./Pl.n., das MELCHERT auf Luv.-ata zurückführt, und Pers.pron. Dat.Sg./Pl. -i(je) vorliegen, vgl. ebd. und auch Glyk, 315. Als lykisches Dem.Pron. ist nur -ebe belegt, ein anderes ist bis jetzt nicht nachgewiesen worden, vgl. HOUWINK TEN CATE, LPG, 66f. und LAROCHE, Comparaison du Louvite et du Lycien, 1960, 178ff. Etymologisch verwandt ist heth.-luw. -apa, vgl. ebd. Unklares -(e)di scheint Adverbialpartikel, vgl. Glyk, 42, oder anaphorisches Pronomen -(e)de zu sein, so daß hier von einer Segmentierung in Konjunktion se + Pronominal­partikel -(e)di ausgegangen werden kann, vgl. Glyk, 42 und 50f. Zu prüfen wäre, ob hier eine Pronominalform -(e)de mit enklitischer anaphorischer Partikel -i vorliegt, die auch in lykischen Relativ- oder Adverbialpronomina wie teli oder ebeli zu erwarten wäre.

 






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