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Oehmichen, Klaus (Hg.): Es wandern die Zeiten unter dem Ewigen Himmel

ISBN:
978-3-86660-177-2
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Eine Perlenkette mongolischer Dichtung
Mit Aquarellen von Barbara Große

Die Mongolen werden hierzulande zuweilen als nomadisierendes Hirtenvolk belächelt. Daß sie eine über 800 Jahre alte literarische Kultur besitzen, ist dem deutschen Leser weitgehend unbekannt. Dieser Band ist darum bemüht, einen ersten Einblick in die Vielfalt einer fremden Dichtung zu geben, der Poesie des „Landes des Ewigen Himmels“. Die hier versammelten 108 Gedichte, deren Anzahl eine symbolische Anspielung auf die buddhistische Gebetskette ist, spannen einen Bogen von der Spruchdichtung des 13. Jahrhunderts, die die Weisheit des Tschingis Chaan preist, bis hin zur Lyrik der Gegenwart, die sich durch ihre besondere Form auszeichnet. Diese Anthologie zeigt das helle und das dunkle Gesicht der modernen Mongolei, die sich in einer Zerrissenheit zwischen Tradition und Moderne befindet –  ein Band voller Einblicke und Entdeckungen.

"Vom genügsamen Leben inmitten einer übermächtigen Natur erzählen diese Verse. Starke Emotionen fallen einem als Besonderheit auf. Diese Verse scheinen mehr den menschlichen Sinnen als dem Kopf entsprungen. Selbst lebensphilosophische Weisheiten sind noch in eine Landschaft gebettet. Dazu begegnet uns eine innige Beziehung zur Mutter, auch Großmutter, ein starkes Band zwischen den Generationen. So schmal der Band wirken mag, er offenbart Schätze einer Poesie mit einer elementaren, faszinierend fremdartigen, doch anrührenden Bildsprache." Tomas Gärtner, Dresdner Neueste Nachrichten

Klaus Oehmichen: geb. 1942, lebt in Dresden, mehrere Mongolei-Reisen und Veröffentlichungen zur mongolischen Literatur und Kulturgeschichte sowie zu den deutsch-mongolischen Beziehungen, erhielt 2012 die Ehrenmedaille „Für die Literatur“ des mongolischen Schriftstellerverbandes.

Barbara Große: lebt in Dresden, unternahm mehrere Mongolei-Reisen und gestaltete Mongolei-Abende mit. 1997 arbeitete sie als Deutschlehrerin in der Westmongolei. 

Leseprobe:

Dulduityn Rawdshaa (Dandsanrawdshaa)

(1803-1856)


Auf völlig wahre Ansicht

 

So reite ich in Richtung des weiten Westens

Ihr, die hier zurückgebliebenen hellen und dunklen Gefährten

Ihr seid jeder für sich, doch draußen warten Tiere und Arbeit

Seid gerüstet mit des Menschen Scharfsinn

Lebt wohl.

Alles, was ich früher gelehrt

Harmonie und die Lehren des Lamas

Ist vergangen wie der Schatten am Abend

Warum noch lehren.

Ihr seid es, die lehren werdet

Ich bin da, um nicht mehr zu lehren

Bin fröhlich, singe ein Trinklied

So folgt jeder dem Pfad der Lehre

Schwer wäre der Weg zurück

Darum eile ich, um anzukommen

Für diesen Weg sing ich ein Lied

Euch alles Gute

 

(aus dem „Sterbegedicht“, 1856)


Wantschinbalyn Gulrans

(1820-1851)

 

Zweiklang des steinernen Denkmals

 

In der Zeit, in der die Wahrheit zur Lüge wird, ist Lüge auch Wahrheit.

Im Moment, in dem Nichtsein zum Sein wird, ist das Sein auch Nichtsein. 

 

Beim Schreiben eines Gedichts

 

Haltend den drei Jamach langen Bambus, ist mein Schreiben

recht unvollkommen

Doch besser als Schuhe und Socken abnutzend, um zu hasten

 nach Ruhm.

(...)

 

Wantschinbalyn Gunnatschug

(1832-1866)

 

Zweiklang

 

Obwohl Pflanzen und Berge nie altern

Grau wird der Kopf durch den Schnee.

Fließendes Wasser kennt kein Leid

Faltig wird das Gesicht durch den Wind.


Wantschinbalyn Indshinasch (Indshannaschi)

(1837-1892)

 

Die so ersehnte, endlich gefundene Melodie

Schwingt wirbelnd sich auf ins hohe Blau.

Ach könnte sie mitreißen das Gefühl

Wie würde ich stechen mit leichter Feder.

 

 

Kühler Herbst

 

(...)

Wenn der Herbstwind klar ist und frisch

Wirbelt er melodisch auf das schwingende Gras.

Als hätte ich das Gedicht auf ein rotes Blatt geschrieben

Bin ich enttäuscht vom engen Freund.

 

Westwind weht den Himmel klar

Der Besserwisser, begreift er es oder nicht?

Frühmorgens verweht das trockene Laub, dessen Rascheln

Wie das Gefühl eines Verlorenen ist.

 

*

 

Nie erreichen die Klagen das hohe Ministerium

So, wie eine Jurte zu bauen in den Bergen des Westens.

Wenn auch die Farben vergehen, blüht es erneut

Ergraut das Haar, wird es nie wieder schwarz.



Inhaltsverzeichnis:


Aus den Weisheitssprüchen des Tschingis Chaan 5

Auch wenn der Chaan über das Recht herrscht 5

Das Heldentum des Löwen passt nur zu ihm... 5

Auch wenn das Dasein eines Menschen schwierig ist 6

Fragment eines auf Birkenrinde geschriebenen Wechselgesangs zwischen einem mongolischen Krieger und seiner Mutter
   7

Bacharain Zogt (Chalchyn Zogt Chuntaidsh)    8

Stehlende Menschen von fern und nah. 8

Luwsandandsan     8

Das Geschenk des Tschingis Chaan. 8

Batyn Sagansezen    9

Aus dem „Lehrgedicht vom Nehmen und Verlieren“. 9

Volkslieder   

Der falbe Wallach. 11

Der Pappelfluss. 12

Chuultsch Sandag

Worte einer in die Falle geratenen Antilope. 13

Worte des Schleierkrauts, fliegend im Wind. 14

Dulduityn Rawdshaa (Dandsanrawdshaa)  

Der Berg ist wie ein Dom... 15

Des Hochsommers Freuden. 16

Die beiden. 17

Die vier Jahreszeiten. 19

Ei, es verbrennt 21

Auf völlig wahre Ansicht 22

Wantschinbalyn Gulrans  

Zweiklang des steinernen Denkmals. 23

Beim Schreiben eines Gedichts. 23

Wantschinbalyn Gunnatschug

Zweiklang. 23

Wantschinbalyn Indshinasch (Indshannaschi)

Die so ersehnte, endlich gefundene Melodie. 24

Kühler Herbst 24

Nie erreichen die Klagen das hohe Ministerium... 24

Bawuugijn Gelegbalsan

Bitte an den Himmel um Regen. 25

Schagdar

Loblied auf den Otgon tenger. 27

Rawdshaagijn Chischigbat

Passgang zweier Pferde. 28

Sedbadsaryn Luwsandondow

Die Verwandlung der Welt 29

Daschdordshijn Nazagdordsh

In ein fernes Land, um zu lernen. 30

Ein Traum... 31

Der Stern. 32

Meine Heimat 33

Die vier Jahreszeiten. 36

Sodnombaldshiryn Bujannemech

... Auf die vier Zeiten vergangener Jahre. 39

Zendijn Damdinsüren

Der Cherlen. 40

Tömörijn Nazagdordsh

Kühler Regen. 41

Gombyn Ser-Od

Der Herbst 42

Tschoidshilyn Tschimid

Der Zeiger der Zeit dringt ein in den erwachenden Tag. 43

Begdsijn Jawuuchulan

Der Herbst des Nomaden. 44

Des Silberzaumes Klang. 44

Wo bin ich geboren?. 45

Winternacht 47

Der Mond ist nah. 48

Ein mongolisches Gedicht 48

Dordshijn Gombodshaw

Der Krieg. 51

Mischigijn Zedendordsh

Du und ich, wir fliegen der Sonne entgegen. 52

Tangadyn Galsan

Die Melodie des Aufwärtsgehens. 53

Dendewijn Pürewdordsh

Die erschöpfte Großmutter. 54

Das Blatt 56

 

Njambuugijn Njamdordsh

Der Ast 57

Jetzt bin ich Njamdordsh. 57

Der Fluss Onon ist nur mein Fluss. 57

Sormuunirschijn Daschdoorow

Der Hügel 58

Wenn aufklart der sonnenlose Tag. 58

Rentschinij Tschoinom

Ein Gedicht, gewidmet manchen „Seelenkrüppeln“. 59

Ich bin geboren reicher als Prinzen und Fürsten. 61

Pürewdshawyn Pürewsüren

Im Winterwald. 62

Scharawyn Sürendshaw

Schlaflose Nacht 63

Schagdarsürengijn Zogt

Herbstliche Trauer. 65

Punzagijn Badartsch

Die Seele meiner Mutter. 66

Dolgoryn Njamaa

Das Herz. 69

In nächtlicher Steppe wiehert das Pferd. 70

Dodshoogijn Zedew

Das Mondlicht vor der Öffnung des Zeltes. 71

Damdinsürengijn Urianchai

Zwei stumme Vögel 71

Der Stein der Mongolei 72

Die Aussage. 72

Daramyn Batbajar

Der Himmel trübt sich ein. 73

Dshagdalyn Lchagwa. 74

Durstig bin ich schlafen gegangen. 74

Toomoin Otschirchüü

Ich bin geboren inmitten von Steinen. 75

Dsundujn Dordsh. 76

Weil der Berg so hoch, wird sein Gipfel 76

Bawuugijn Lchagwasüren

Elegie. 77

In meinem Traum ist die Gobi 78

Die kalte Quelle. 78

Der Herbst 79

Als ich mit meiner Mutter war. 80

Döngötijn Zoodol

Kniet nieder! 81

Dandsangijn Njamsüren

Neben dir. 82

Auch in diesem Sommer wächst das Gras. 83

Trübe Nebel verdichten sich. 83

Sandshaadshawyn Ojuun

Saxaul 84

Wie ein verlassner Jurtenplatz im Herbst 84

Gombodshawyn Mend-Oojoo

Die Welt hat ein Wiegenlied meiner Mutter. 85

Zendijn Tschimeddordsh

Die Viehhirten. 86

Der Krummbeinige. 89

Tschimidrawdangijn Mjagmarsüren

Der Sum-Elefant 92

Du, meine Frau, und ich. 93

Otschirbatyn Daschbalbar

Ahnung. 94

Jeden Tag, jeden Augenblick geh ich gemeinsam mit dir. 95

Wie erfroren hasenhelle Jurten geduckt unterm eisigen. 96

Bjambadshawyn Enchtujaa

Der Siebzehnte des mittleren Herbstmondes 97

oder Die Hochzeitsnacht 97

Bjambadshawyn Zenddoo

In öder Wüste. 100

Dshamjangijn Bold-Erdene

Leidvolle Heimat

Vermächtnis an meine Heimat 101

Batdshargalyn Odgerel

Das Wort eines unwissenden Menschen. 102

Chaidawyn Tschilaadshaw

Ich liebe meinen Vater. 103

Battörijn Mjagmardshaw

Die Bäume legen ihr Blattgewand an, die Mädchen entblättern sich. 104

 

Zogdordshijn Bawuudordsh

Die große Stille der Mongolei 105

Zoodolyn Chulan

Das Besondere. 108

Ganz einfach möchte ich leben. 108

Gun-Aadshawyn Ajuurdsana

Was morgen ist 109

Luwsandordshijn Öldsiitögs

Ein Frosch springt in den Teich. 110

Arlaany Erdene-Otschir

Frühlingstage. 111

Baataryn Galsansüch

Das Organ Seele erkrankt wie die Leber. 112

Wolken wandern, wie man eine Schachfigur zieht 112

Gompildoogijn Mönchzezeg

Der Blick. 113

Bajarchuugijn Itschinchorloo

Ich blicke in deine Augen, so, wie ich ein klassisches Gedicht lese. 114

Ach, mein Leben ist traurig. 114

Ein sehr junger Adler. 115


Nachwort
116

Biographische Notizen. 133

Anmerkungen. 148

Quellennachweise. 150

 

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