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Thümler, Walter: Immer geschieht etwas

ISBN:
978-3-86660-216-8
Bearbeitung:
ca. 1-2 Tage ca. 1-2 Tage
14,95 EUR
-> in Deutschland kostenfreier Versand

Gedichte 

„Immer geschieht etwas“ ist Walter Thümlers sechster Gedichtband. Seine Gedichte thematisieren unsere Angst vorm Leben, unser Eingesperrtsein in die eigene Vorstellungswelt und die unausweichliche Tatsache von Krankheit und Tod. Angesichts dessen ist Wehmut die kontrapunktierende Stimmung einer grundsätzlichen Bejahung allen Daseins und Feier der Schönheit der Erde. Auffälliges Merkmal ist das Ausbleiben der Ironie. In Walter Thümlers Bestandsaufnahme der conditio humana klingt immer Hoffnung mit, Ausblicke ins Lachen und Lächeln.

Walter Thümler: geb. 1955 in Oldenburg, lebt seit 2014 – nach langjährigen Aufenthalten in München und Berlin – in Wahrenberg/ Elbe. Er hat bisher fünf Gedichtbände veröffentlicht, Sentenzen zu Religion, Kunst und Philosophie sowie einen Band poetologischer Notizen. In seiner Übersetzung erschienen im Leipziger Literaturverlag die Gedichtbände „Immer anders auf die Erde“ von Gennadij Ajgi und „Von nun an“ des Pulitzer-Prize-Trägers C.K. Williams.


Leseprobe

Vollmond

 

jemand träumt

       vielleicht ein Liebeslied (something

   stupid z.B.) ein anderer sieht einen Mörder

 schleichen an der Hecke Die meisten

   sehen auf ihren Smartphones Videos

    von Bahnunglücken

                                      Flugzeugabstürzen usw.                                                 

     und der Mond schenkt das

       Licht der Sonne in die

                                             Nacht


 

Der Schnee durch den ich stapfe

 

der Schnee durch den ich stapfe besteht aus

           abermillionen Schneekristallen Gebilde zärtlicher

       als jede menschliche Architektur Und ich

 weiß die Arktis ist immer möglich Später

                                                                      treibe ich

     Sport So die Unbarmherzigkeit des

                                                                Alterns

  zu vergessen Jene fortschreitende

 Trennung von Seele und Leib

                                                       doch hier

   ist es still und ich höre das Atmen

      der Feuer der Seelen

                                               und verstehe Warum

          es Shiva den Gott der Zerstörung geben

       muß Die Zeit drängt uns aus der Zeit

                                                                      Unzählige

                 Tote schlafen


 

Äpfel

 

zwei Äpfel gekauft Natürlich ist einer davon

    Adams Von der Ernte bis in den Supermarkt hat

  sich viel Gewinngeschichte daran

                                                            geheftet

   da hilft auch Waschen nicht

                                                     und mit jedem

          Biß wird meine eigene

     Fluchtgeschichte aktiviert

                                                  doch heute

       bleibe ich hier Laß mich in Stücke

              beißen


 

Mit Ausblick

 

in einem Dorf in der Mitte zu wohnen

                                            ist gefährlich Du dienst als

 Futter der Rede und der Ausblick ist

                                                              versperrt Außerdem

   stärkt dies den Glauben es gäbe eine

      Mitte der

                        Welt

                                                 die Pferde

   kauen hingegeben an ihrem Gras (werde ich

     jemals diesen Genuß erleben?)

                                 meine inkontinente Katze flüchtet

   vor den Schmeißfliegen in den Keller und ich

         muß damit leben dass es Ausländer  

    nur gibt weil es Inländer gibt

                                                      ich will

        am Rand wohnen mit dem Rücken

              zur Rede

 





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