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Zhuangzi (365 - 290 v.u.Z.)

war ein Mann aus Meng (heutiges Anhui), sein Rufname war Zhou. Er bekleidete in Meng ein Amt im Lackgarten (Qiyuan) und war ein Zeitgenosse von König Hui von Liang (r. 369-335) und König Xuan von Qi (r. 369-301). Es gab kein Gebiet, auf dem er sich nicht auskannte, in der Hauptsache aber berief er sich auf die Sprüche von Laozi. So schrieb er ein Buch mit mehr als 100’000 Wörtern, die überwiegend Gleichnisse darstellen.

Veröffentlichung im LLV

Zhuangzi. Der Gesamttext und Materialien

Aus dem Chinesischen von Viktor Kalinke

„Von allen bedeutenden Werken des alten China nährt das Buch Zhuangzi den Geist auf die faszinierendste, poetischste und vielfältigste Weise.“ Liu Xiaogan

Das Buch „Zhuangzi“ gilt als Bibel des Daoismus: allegorischer, gleichnishafter Stil, schillernde Erzählprosa, auf die philosophische Spitze getriebene Dialoge.

Martin Buber, Hermann Hesse, Martin Heidegger – um nur einige zu nennen – öffneten ihre philosophischen Systeme und ihr literarisches Schreiben diesem anspruchsvollsten Autor des alten China.

Trotz seines ehrwürdigen Alters und dank seiner „Häutungen“ in über 500 Kommentaren ist dieses Buch von erstaunlicher, auch den Westen betreffender Aktualität – als hätte die Suche nach einer Kapitalismusalternative bereits vor 2300 Jahren begonnen ...

 

„Er war ein begnadeter Dichter und Wortkünstler, schilderte Tatsachen und entdeckte Zusammenhänge, selbst die größten Gelehrten seiner Zeit vermochten es nicht, ihn zu widerlegen. Die Worte flossen und sprudelten aus ihm hervor und trafen unvermittelt den Kern.“ (Sima Qian)

Im deutschen Sprachraum existiert bis heute keine vollständige Übersetzung des Zhuangzi aus dem Chinesischen. Die Rezeption hierzulande wurde von der Ausgabe aus dem Jahr 1912 von Richard Wilhelm dominiert, der den Text um ein Drittel gekürzt und an vielen Stellen verfälscht hat. Das daoistische Denken, das auch im Westen in den letzten Jahrzehnten eine Belebung erfahren hat, stützte sich im deutschsprachigen Raum bislang auf eine völlig unzureichende Textgrundlage.

Diese Lücke wird durch die hier vorgelegte, zweisprachige Ausgabe geschlossen. Im Ergebnis eines siebenjährigen Editionsprojektes ist eine zweisprachige, hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit überprüfbare Referenzausgabe entstanden, die dem deutschsprachigen Publikum Anschluß an die lebhafte internationale Diskussion zum Daoismus verschafft und als Textgrundlage für weitere Reflexionen dienen kann.

In dieser Ausgabe sind außer der deutschen Übersetzung die altchinesische Standardausgabe des Originaltextes, die Pinyin-Lautumschrift, ein vollständiges Glossar mit Konkordanz zum Buch Laozi sowie zahlreiche Anmerkungen und Kommentare enthalten.

Stimmen

"Kalinke hat so vielfältiges Material zusammen getragen, dass der ernsthaft Interessierte dieses Buch, zweifellos ein verlegerisches Wagnis, nicht missen möchte." Helwig Schmidt-Glintzer, fachbuchjournal 6-2017

"Von daher ist es nicht genug zu rühmen, dass soeben das erste vollständige, direkt aus dem Chinesischen übersetzte Zhuangzi erschienen ist. In einem sieben Jahre währenden Marathon hat Viktor Kalinke das Werk auf
fast 900 Seiten eingeleitet, in ein zeitgemäß präzises Deutsch gebracht und kommentiert. Und siehe da: Richard Wilhelms Patina ist weg. Dafür bewegt man sich in einem typografischen Gestrüpp, das Abschnitt für Abschnitt chinesisches Original, Pinyin-Umschrift, Interlinear- Fassung und schließlich Kalinkes Übersetzung bietet, am Ende jedes Kapitels ergänzt um die Lesarten der Vorgänger. Auch des Chinesischen Unkundige bekommen so eine Ahnung." Gregor Dotzauer, Tagesspiegel vom 5.1.2018

"Das dicke Buch wird natürlich zur Buchmesse eine Hauptrolle spielen. Auch weil sieben Jahre harte Arbeit drinstecken, unterstützt von vielen chinesischen Freunden, die bei der Übersetzung halfen. Aber wer die chinesischen Philosophen kennt, weiß, dass der härteste Teil der Arbeit erst danach beginnt, wenn man aus dem riesigen Interpretationsspielraum wirklich die richtigen Übersetzungen herauspicken muss. Was nicht geht, wenn man dem Leser nicht gleichzeitig die nötige Interpretation der zugrundeliegenden Schriftzeichen mitgibt.

Da wundert es nicht, dass das nun wirklich die erste komplette Zhuangzi-Übersetzung ist ins Deutsche und dass Viktor Kalinke noch immer das Gefühl hat, in dieser Welt zu leben, aus der er erst so langsam wieder auftaucht. Entstanden ist damit ein Buch, zu dem man sich erst recht Zeit nehmen muss. An dem man lange lesen darf..." Ralf Juhlke, Leipziger Zeitung, 5.3.2018

 

 


 

 

 

 

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